In dieser Sonderausgabe dreht sich bereits zum zweiten Mal alles um die Kommunikation rund um Energie/Energiewirtschaft/Energiepolitik. Auf dem Cover: Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
EDITORIAL
Künstliche Intelligenz: Ölkrise
KI bietet auch im Kundenkontakt Lösungen in Sekundenschnelle an. Doch im Ernstfall fehlt die Verlässlichkeit: Ist der Öltank im Keller leer, setzt man besser auf Menschen mit Empathie.
TITEL
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Realo
Als die Grünen-Politikerin Kerstin Andreae als Hauptgeschäftsführerin zum BDEW wechselte, erwarteten viele einen radikalen Klimakurs. Doch die Energiekrise verschob den Fokus: Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit rückten als gleichwertige Anliegen neben die Klimawende.
MEDIEN & DEBATTEN
Energiejournalisten: Die Top 10
Wer tut sich in der Berichterstattung über Energiethemen besonders hervor? Convento hat für das prmagazin erneut die führenden Journalisten und Medien in Deutschland ermittelt.
Rechenzentren: Motor der Digitalisierung
2025 hat sich die Diskussion über Rechenzentren deutlich verschoben: Energie verliert in der Berichterstattung an Bedeutung. Das belegt eine Cision-Analyse für das prmagazin.
COP30: Fortschritt in der Warteschleife
Die Erwartungen an den Klimagipfel waren hoch. Doch statt Verhandlungsfortschritten prägten geopolitische Spannungen und energiepolitische Zielkonflikte die Schlagzeilen. Für Unternehmen wächst damit der Druck, Orientierung zu liefern. Das zeigt eine Analyse von Unicepta für das prmagazin.
E-Fuels: Gegenverkehr für Stromer?
Vor zwei Jahren schlug ein überraschender Kurswechsel der Bundesregierung hohe Wellen. Entgegen der ursprünglichen EU-Linie setzte sie ein Schlupfloch für E-Fuels im geplanten Verbot von Verbrennungsmotoren durch. Bremst die Debatte die Entwicklung der Elektromobilität? Ein Blick auf die Kommunikationsstrategien von Lobbygruppen und Politik.
Wirtschaftsjournalismus: „Ich brauche Zugänge“
Der VDI hat den Wirtschaftsjournalisten Leon Kirschgens mit dem Robert- Mayer-Preis ausgezeichnet – für eine brand-eins-Reportage, die der künftigen Lieferkette des grünen Wasserstoffs von der namibischen Wüste bis in die norddeutsche Provinz folgt. Wie sich komplexe Energiethemen verständlich erzählen lassen und was Kommunikation dazu beitragen kann.
POLITIK & PUBLIC AFFAIRS
Renewables: Kein Kurswechsel
Bis vor Kurzem herrschte prinzipielle Einigkeit mit Blick auf den Klimawandel. Diese Übereinkunft ist Geschichte. Wie reagieren Unternehmen kommunikativ auf die neue Lage? Wir haben branchenübergreifend nachgefragt. Die Antworten zeigen: Viele halten am Dekarbonisierungskurs fest, verlagern die Debatte aber auf die nötigen Rahmenbedingungen (Preise, Regulierung, Tempo) und begründen Klimaziele stärker mit Business-Logik und messbaren Belegen.
Rechenzentren: Soziale Genehmigung?
Künstliche Intelligenz braucht Rechenzentren – und die fressen viel Strom. Der KI-Boom hat eine Debatte um Standorte, Netzanschlüsse und Kosten ausgelöst. Entwickler und Betreiber der Zentren brauchen eine gesellschaftliche License to operate. Eine Herausforderung für die politische Kommunikation, erklärt Björn Binder, Managing Director bei FGS Global.
PROTEST & AKZEPTANZ
BEW Berliner Energie und Wärme: „Nicht nur senden, sondern zuhören“
Der Umbau des Berliner Fernwärmenetzes ist eine Mammutaufgabe, auch für die Kommunikation. Wie nimmt man eine ganze Stadtgesellschaft mit auf diesen Weg? Über Strategien, Stolpersteine und den Dialog mit Berlin sprechen wir mit Christian Feuerherd, CEO des Versorgers BEW Berliner Energie und Wärme, und seiner Leiterin Medien & Öffentlichkeit, Caroline Nöppert.
Energy Efficiency Watch (EEW): What’s the Story?
Wieso stoßen gute Ideen oft auf Widerstand? Weil es nicht genügt, nur gute Politik zu machen – sie muss auch gut erzählt werden. Das zeigt das EU-geförderte Projekt EEW. Daniel Becker vom Projektpartner Guidehouse erklärt, warum die Energiewende neue Narrative braucht und welche funktionieren.
SuedLink: Erfolgsfaktor Beteiligung
SuedLink ist eins der größten Infrastrukturprojekte der Energiewende – und ein Beispiel für erfolgreiche Infrastrukturkommunikation. Wie aus Widerstand Akzeptanz wird, erklären Saskia Albrecht und Michael Roth von den Übertragungsnetzbetreibern TransnetBW und TenneT. Martin Groll, Leiter Unternehmenskommunikation von TenneT, spricht über seine Lehren aus dem Stromnetzausbau.
Eavor: Erst reden, dann bohren
Die Energiewende entscheidet sich nicht nur auf dem Reißbrett, sondern im Dialog vor Ort. Wer früh, offen und empathisch kommuniziert, schafft Akzeptanz. Wie das funktioniert, erklärt Alexander Land, Head of Communications, Public & Political Affairs beim Green-Tech-Unternehmen Eavor.
Akzeptanzkommunikation: Gallische Dörfer
Widerstand und Akzeptanz bei neuen Energieinfrastrukturprojekten sind in Deutschland auch eine Frage der regionalen Mentalität, beobachtet Andreas Bachmeier von Engel & Zimmermann. Er zeigt, wie kluge Akzeptanzkommunikation Projekte beschleunigen kann.
PRESSESTELLENTEST
Stahlindustrie: Teilweise sprechfähig
Die deutsche Stahlindustrie muss sich transformieren. Eine „Jahrhundertaufgabe“, wie es oft heißt. Im Pressestellentest haben wir nachgefragt: Wo liegen die Herausforderungen? Die Antworten schüttelt ein Teil der Branche locker aus dem Ärmel – der andere schweigt.
STRATEGIE & ORGANISATION
Sila Atlantik: „Die beste Lösung kann morgen überholt sein“
Solarstrom aus der nordafrikanischen Wüste direkt nach Deutschland – das ist die Idee von Sila Atlantik. Das Vorhaben erinnert an das Großprojekt Desertec, das 2014 im Sand verlief. Dessen Kommunikation steuerte Christian Lawrence, damals Kommunikationschef der Munich Re. Mit dem prmagazin spricht er über die Herausforderungen von Desertec – und was bei Sila Atlantik besser laufen sollte.
Data-driven Storytelling: Kulturwandel statt Tool-Chaos
Komplexe Energiethemen zu vermitteln, ist anspruchsvoll. Data-driven Storytelling kann helfen, weiß Ulrike Schiermeister von E.ON Energie Deutschland. Doch dafür braucht es ein neues Verständnis von Kommunikation – eins, das Offenheit für Wandel, Datenkompetenz und strategisches Denken vereint.
Kritische Infrastruktur: Vorbereiten, was geht
Cyberattacken sind für Unternehmen der kritischen Infrastruktur (KRITIS) eine besondere Bedrohung. Wie kann sich ihre Kommunikation darauf vorbereiten? Was ist im Ernstfall zu tun? Und wie erlangen selbst kleinere Firmen mit knappen Ressourcen ein Mindestmaß an Cyber-Resilienz? Antworten von Suntka von Halen, Partnerin und Cybersecurity Co-Lead bei der Brunswick Group.
Employer Branding: Monteure der Transformation
Anlagenmonteure, Elektrospezialisten, IT-Experten: Der Fachkräftemangel ist ein zentraler Engpass der Energiewende. Wie gehen die Stadtwerke München (SWM) mit dieser Herausforderung um? Wir fragen nach bei Charlotte Jakobi-von Müller, Leiterin Personalgewinnung, und Hannes Lindhuber, Leiter Unternehmenskommunikation und Unternehmenssprecher.
Transformationskommunikation: Building Trust
Hohe Erwartungen, politische Unsicherheit, laute Debatten: Der Druck auf die Energiebranche wird 2026 weiter steigen. Birgit Söllner, Managing Partner bei MSL, zeigt, wie Transformationskommunikation in unruhigen Zeiten Orientierung und Akzeptanz schafft.
GWPR-Kolumne: Deep Trust
In Zeiten von Deeptech müssen wir Energiekommunikation neu denken, meint Maria Dantz von Global Women in PR Deutschland
DIE LETZTE SEITE
Kolumne: Im Faktensturm
In der Debatte um die Energiewende muss die Wissenschaft aktiver werden, meint Claudia Kemfert, Energieökonomin und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

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