
Solarstrom aus der nordafrikanischen Wüste direkt nach Deutschland – das ist die Idee von Sila Atlantik. Das Vorhaben erinnert an das Großprojekt Desertec, das 2014 im Sand verlief. Dessen Kommunikation steuerte Christian Lawrence, damals Kommunikationschef der Munich Re. Mit dem prmagazin spricht er über die Herausforderungen von Desertec – und was bei Sila Atlantik besser laufen sollte.
prmagazin: Herr Lawrence, warum ist Desertec damals gescheitert? Lag es auch an der Kommunikation?

heute Partner bei der Kommunikationsberatung CCounselors.
Christian Lawrence: Desertec war und ist eine großartige Idee. Wäre sie umgesetzt worden, würde Europa bei Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit heute viel besser dastehen. Es gab drei Hauptgründe, warum Desertec am Ende gescheitert ist: ein fehlender politischer Wille in der EU, eine unzureichende innereuropäische Netzinfrastruktur sowie instabile politische Rahmenbedingungen in Nordafrika. Hinzu kam die umständliche Entscheidungsfindung unter den 17 Projektpartnern, die teilweise untereinander im Wettbewerb standen. Letzteres hat sich dann auch in der Kommunikation gezeigt, die nicht einheitlich geführt und ausgefüllt werden konnte. Die Partner waren zu unterschiedlich engagiert.
Was würden Sie rückblickend also anders machen?
Meine Empfehlung für Großprojekte wie Desertec und jetzt Sila Atlantik ist: Entweder schafft man eine zentrale Kommunikationsstelle, die das Mandat hat, für alle Projektpartner zu sprechen. Oder man einigt sich zumindest auf eine gemeinsame Führung, die Richtung und Takt vorgibt. Wir mussten uns damals auf eine informelle und unverbindliche Abstimmung verlassen. Das war von der Governance her einfach nicht ausreichend. Aber ganz am Anfang muss ein Zielbild stehen, das alle verfolgen.
Was muss ein solches Zielbild beinhalten?
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