Im Januar 2023 versprach Schufa-Kommunikationschef Robert von Heusinger in einer prmagazin-Titelstory mehr Transparenz. Im März dieses Jahres stellte die Auskunftei ihren neuen „Score“ vor. Nun werfen NDR und SZ ihr vor, weitere Bewertungsmodelle verschwiegen zu haben. Heusinger widerspricht – und verteidigt seine Kommunikationsstrategie.

prmagazin: Herr von Heusinger, als die Schufa Mitte März dieses Jahres ihren neuen „Score“ vorstellte, versprach sie, dieser sei „vollkommen transparent“. Nun werfen NDR und Süddeutsche Zeitung Ihnen vor, „heimlich weitere und deutlich komplexere Bewertungen“ für Firmenkunden entwickelt zu haben. Hätten Sie klarer kommunizieren müssen?
Robert von Heusinger: Wir können die Kritik nicht nachvollziehen, und sie ist in der Sache auch falsch. Der neue Schufa-Score ist der weltweit erste vollständig transparente und nachvollziehbare Score einer Auskunftei. Wir haben ihn in die Schufa-App integriert und legen die Punkte pro Kriterium sowie die zugrunde liegende Formel offen – und zwar so, dass Verbraucher etwas damit anfangen können.
Laut NDR und SZ gibt es aber auch einen neuen Score für Hauskäufer, den sogenannten Hypotheken-Score.
Dass die Schufa einen Hypotheken-Score hat, war bekannt und offen kommuniziert, ebenso, dass dieser nicht Teil des neuen Scores wird. Um die Transparenzoffensive zu verstehen, muss man die bisherige Score-Landschaft kennen: Die Schufa hat zuletzt mit rund 50 verschiedenen Bewertungsmodellen gearbeitet. Verbraucher kannten vor allem den Basis-Score, einen allgemeinen Orientierungswert. Für Unternehmen gab es sechs zentrale Branchen-Scores, etwa für Banken, Telekommunikationsunternehmen und den Handel. Der neue Schufa-Score hat den Basis-Score bereits ersetzt, und wir werden bis Ende 2028 auch die sechs Branchen-Scores ablösen. Er ist transparent und für Verbraucher nachvollziehbar. Daneben wird es weiterhin spezielle Bewertungsmodelle geben, etwa für Immobilienkredite. Der Hypotheken-Score ist ein solches Spezialmodell.
Wann und wie haben Sie kommuniziert, dass Sie den neuen Score einführen?
Die Kommunikation zum neuen Scoreerstreckte sich auf fast zwei Jahre. […]

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