All in

In ihren drei Jahren bei SAP haben Monika Schaller viele Themen beschäftigt: die Wiederwahl von Donald Trump, der Umgang mit der Anti-Woke-Politik des US-Präsidenten, europäische Datensouveränität und das Auf und Ab der Börsenkurse. Inzwischen überschattet Künstliche Intelligenz alles. Schaller, die seit 2025 auch Mitglied des erweiterten Vorstands ist, nutzt das Thema für Thought-Leadership-Content und die Positionierung von Christian Klein, CEO des Softwarekonzerns.

Eine Frau mit langem, lockigem Haar trägt einen orangefarbenen Schal und gestikuliert während eines Gesprächs. Sie hat einen freundlichen Gesichtsausdruck und trägt eine schwarze Bluse.
Wer im Vorstand gehört werden will, muss in der Sprache des Vorstands sprechen.“ – Monika Schaller

Es gibt Momente in der Kommunikation, in denen man es nicht richtig machen kann. Monika Schaller erlebte im Frühjahr vergangenen Jahres so einen Moment. Das Handelsblatt hatte Anfang Mai berichtet, SAP wolle die 40-ProzentFrauenquote für die Belegschaft aufgeben – wegen der Anti-Diversity-Dekrete der US-Regierung unter Präsident Donald Trump.

Die Folge war ein veritabler Shitstorm. Tenor der Kritik, auch in Medienberichten: SAP knickt vor Trump ein. Auf der Hauptversammlung am 13. Mai 2025 musste sich CEO Christian Klein einiges anhören. „Wir haben Kunden in den USA, und ja, da gibt es Dekrete“, verteidigte er sich Medienberichten zufolge. Das müsse man von der persönlichen Sichtweise trennen. „Am Ende zählt das, was wir in der Realität tun, für das Thema Diversität.“

Schaller beschreibt diese Phase als schwierigste Zeit ihrer bisherigen Arbeit bei SAP. „Wir hatten das Timing gegen uns als erster Konzern mit einer Hauptversammlung in diesem Umfeld“, sagt sie. Deshalb habe SAP sein System ändern müssen, das die Vergütung der Vorstände an Fortschritte beim Frauenanteil knüpfte.

In der Debatte sei jedoch etwas untergegangen, merkt sie an: „Es wurde nur eine einzelne Kennzahl angepasst, nicht die Substanz. Unsere Programme sind bis heute gleichgeblieben.“ Aber in so einer Situation kann auch eine preisgekrönte und hochangesehene Kommunikatorin wie Schaller nicht viel mehr tun, als auszuhalten und gebetsmühlenartig die Hintergründe zu wiederholen.

Immerhin hatte sie im selben Jahr auch ihren „Yeah“-Moment, als sie verkünden konnte, dass der Wechsel von lokal installierter Software – „OnPremise“ – in die Cloud gelungen ist. Diesen Strategiewechsel hatte Klein vor einigen Jahren gegen erheblichen internen und externen Widerstand durchgesetzt. Die Aktie brach damals massiv ein, Ertragsziele wurden kassiert. Heute gilt die CloudTransformation als Erfolg: Die Erlöse für die CloudERP-Suite wuchsen 2025 um 28 Prozent. „Der schönste Moment der vergangenen drei Jahre war, als wir sagen konnten: Christian und sein Vorstandsteam haben es geschafft“, so Schaller.


Die ehemalige Investmentbankerin ist seit August 2023 Kommunikationschefin von SAP, seit Januar 2025 sogar Mitglied des „erweiterten Vorstands“. Ihre Ergebnisse hätten sie dorthin gebracht, sagt Schaller auf Nachfrage: „Wer im Vorstand gehört werden will, muss in der Sprache des Vorstands sprechen.“

Sie ist eben keine, die Medienberichte zählt oder Reichweite verkauft. Schaller zeigt ein ums andere Mal, wie Kommunikation strategische Ziele unterstützt. Sie hat den Bereich umgebaut und CEO Christian Klein, den zu Beginn kaum jemand kannte, erfolgreich in der Öffentlichkeit positioniert. Alles Gründe, warum das prmagazin ihr die Auszeichnung „PR-Managerin des Jahres 2024“ verlieh (siehe Sonderbeilage zu prmagazin 06|07/2025).

Das Diversity-Thema ist inzwischen durch. Doch in einer ähnlichen Klemme steckt SAP auch bei Erzählungen, die das Unternehmen vorantreiben will. Die Walldorfer malen sich einerseits eine rosige KI-Zukunft aus und schwören die Truppe andererseits auf herausfordernde Zeiten ein. […]

Titelseite des prmagazins, Ausgabe Mai 2026, mit dem Titel 'Monika Schaller geht bei SAP - ALL IN'. Die Abbildung zeigt eine lächelnde Frau mit Brille und rotem Schal.



Weiterlesen? Den vollständigen Beitrag lesen sie exklusiv in der prmagazin-Printausgabe Mai 2026.

Möchten Sie ein Jahres- oder Probeabo abschließen oder ein Einzelheft bestellen? Hier geht’s zum prmagazin-Shop.