Wenn Arbeit krank macht

Überstunden, Dauererreichbarkeit, Erschöpfung: Wer Arbeit organisiert, trägt Verantwortung – auch für psychische Belastungen im Team. Führungskräfte müssen genauer hinsehen, warnt Arbeitsrechtler André Kasten von der Berliner Kanzlei Abeln Rechtsanwälte.

Eine gestresste Frau sitzt an einem Schreibtisch und arbeitet am Laptop, umgeben von Akten und einer To-Do-Liste, während sie auf eine Deadline blickt.
Wer dauerhaft zu viel Arbeit, ständige Erreichbarkeit oder unrealistische Ziele hinnimmt, bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis. (lllustration: OpenAI/prmagazin)

Psychische Belastungen sind längst kein individuelles Randthema mehr. Sie beschäftigen zunehmend Arbeitsgerichte, Betriebsräte und Aufsichtsbehörden. Damit rückt auch die Frage in den Fokus, wie Arbeit organisiert wird – und wer im Alltag Verantwortung übernimmt, wenn Belastungen wachsen.

Der Fall: Teamleiterin unter Dauerdruck

Porträt eines Mannes mit Brille, rasiertem Kopf und Vollbart, der einen Anzug trägt.

Wer Gesundheit ernst nimmt, handelt nicht nur menschlich, sondern auch rechtlich klug.
André Kasten

Welche Schwierigkeiten sich daraus für Führungskräfte ergeben, zeigt der Fall von Julia M., Teamleiterin in einer Kommunikationsagentur. Als eine Kampagne für einen Großkunden ihrer Agentur kurzfristig neu ausgerichtet werden muss, beginnt für ihr Team eine Phase ständiger Anspannung. Parallel laufen zwei weitere Projekte. Die Deadlines sind eng, die Budgets knapp.
In den folgenden Wochen verändert sich der Arbeitsalltag spürbar. Abstimmungen finden immer häufiger spät am Abend statt, E-Mails werden am Wochenende beantwortet. Julia M. ist fast durchgehend erreichbar – und erwartet diese Flexibilität auch von ihrem Team, ohne sie ausdrücklich anzuordnen. Prioritäten ändern sich kurzfristig, und das Team setzt zusätzliche Anforderungen des Kunden um, ohne dass die Ressourcen angepasst werden.
Die Mitarbeiter von Julia M. zeigen erste Anzeichen erhöhter Belastung: Überstunden nehmen zu, Fehler häufen sich, Einzelne melden sich krank. Gleichzeitig bleibt der Projektdruck hoch. Intern wird nun besprochen, ob die Arbeit anders organisiert werden muss – und falls ja, wie weit die Änderungen gehen sollen.

Doppelrolle: belastet und verantwortlich

Solche Probleme sind in der Praxis keine Ausnahme. Die Situation von Julia M. verdeutlicht, in welcher Doppelrolle Führungskräfte oft stecken: Sie sind häufig selbst stark belastet. Zugleich tragen sie die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen ihres Teams. […]

Titelseite des prmagazins, Ausgabe Mai 2026, mit dem Titel 'Monika Schaller geht bei SAP - ALL IN'. Die Abbildung zeigt eine lächelnde Frau mit Brille und rotem Schal.



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