Kampf gegen Deepfakes

Fake-Recruiter, die Daten von Spitzenkräften einsammeln wollen. Vermeintliche CEOs, die Zahlungen anweisen. Deepfakes in Videokonferenzen nehmen zu. Martin Steinebach, IT-Forensiker am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT, entwickelt einen Demonstrator, der Betrug in Echtzeit erkennen soll.

„Videokonferenzen dürfen bei kritischen Entscheidungen nie der einzige Identitätsnachweis sein.“ – Martin Steinebach. (Foto: Fraunhofer SIT)

prmagazin: Herr Professor Steinebach, in den vergangenen Jahren hörte man immer häufiger von Betrügereien in Videokonferenzen.Sind das bisher nur Einzelfälle?

Martin Steinebach (Foto: Fraunhofer SIT)

Martin Steinebach: Die Gefahr wächst auf jeden Fall. Die besonders krassen Fälle verdeutlichen das Schadenspotenzial: In Singapur wurde im Frühjahr 2025 ein Finanzvorstand in einer Videokonferenz getäuscht. Er überwies knapp 500.000 US-Dollar – die Behörden konnten das Geld später sichern. Anders war es in Hongkong: Dort hat ein Finanzangestellter nach einer Konferenz mit einem vermeintlichen CFO und weiteren Kollegen rund 24 Millionen US-Dollar überwiesen – in diesem Fall war das Geld weg. Alle vermeintlichen Kollegen waren nach Polizeiangaben Deepfake-Rekonstruktionen. Aufgefallen ist der Betrug in Hongkong erst, als der Mitarbeiter später die Unternehmenszentrale kontaktierte. Deepfakes werden auch im Banking eingesetzt. Wenn ein solcher Live-Betrug in Audio- oder Videokommunikation funktioniert, braucht es auch Möglichkeiten, Manipulationen in Echtzeit zu erkennen.

An einem solchen Überprüfungssystem arbeiten Sie gerade. Wie kann man sich das vorstellen?

Das System analysiert den laufenden Audio- und Videodatenstrom und gibt kontinuierlich die Wahrscheinlichkeit für eine Manipulation an. Ist diese hoch, schlägt der Demonstrator Alarm und liefert Hinweise, worauf seine Einschätzung beruht. Ein Anzeichen kann zum Beispiel eine auffällige Animation der Mundwinkel des virtuellen Gegenübers sein. Auch in solchen Fällen bleibt der Mensch gefragt: […]


Weiterlesen? Den vollständigen Beitrag finden sie exklusiv in der
prmagazin-Printausgabe Oktober 2026.

Möchten Sie ein Jahres- oder Probeabo abschließen oder ein Einzelheft bestellen? Hier geht’s zum prmagazin-Shop.