Wertarbeit

55 Jahre prmagazin: Anlass zurückzublicken und vor allem nach vorn. Wir haben Kommunikationsverantwortliche aus verschiedenen Wirtschaftszweigen gefragt, welche politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen ihre Arbeit in den kommenden Jahren prägen werden.  

Ein Leuchtturm auf einem Felsen, der in stürmischer See steht, mit einem kräftigen Lichtschein, der durch die dunklen Wolken strahlt.
(Illustration: OpenAI/prmagazin)

Aus den Statements spricht eine bemerkenswerte Einigkeit: Die Branche definiert ihren Wert neu. 
KI beschleunigt die Produktion, Krisen überlagern sich, die Öffentlichkeit fragmentiert, und Regulierung sowie geopolitische Konflikte rücken näher an die  Unternehmen heran. Zentrale Aufgabe der Kommunikation ist es, Orientierung in dieser unübersichtlicher werdenden Welt zu geben.  

Orientierung statt Output:
Viele Statements konstatieren: KI macht Produktion schneller, billiger und austauschbarer. Der Wert menschlicher Kommunikation verschiebt sich deshalb hin zu Urteilskraft, Einordnung, Beratung, Empathie, Beziehung und Glaubwürdigkeit.  

Vertrauen wird zur knappsten Währung:
Vertrauen wird zur strategischen Ressource – als Ergebnis von Transparenz, Konsistenz, belegbaren Aussagen, Nähe, Dialog und verantwortlichem Handeln.  

Kommunikation wird politischer:  
Viele Kommunikatoren, nicht nur aus klassisch Public-Affairs- nahen Branchen, beschreiben ihre Themen als politisch oder gesellschaftlich aufgeladen: Standortbedingungen, Versorgungs- sicherheit, Energiepreise, Klimaschutz, Regulierung, Daten- souveränität, Lieferketten, Infrastruktur, Bezahlbarkeit, China, Zölle, internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die politische Dimension gewinnt an Gewicht und stärkt den Trend, Unternehmens- kommunikation und Public Affairs unter dem Dach von Corporate Affairs enger zu verzahnen.  

Komplexität muss übersetzt werden:
Viele Statements betonen Zielkonflikte: Klimaschutz versus Wett- bewerbsfähigkeit, Innovation versus Kosten, Transparenz versus Geheimhaltung, Tempo versus Sorgfalt, Regulierung versus Handlungsfähigkeit, Automatisierung versus menschliche Verantwortung. Die neue Leistung guter Kommunikation besteht darin, Ambivalenz auszuhalten und erklärbar zu machen, statt sie wegzumoderieren.  

Reichweite verliert als Leitgröße an Gewicht:  
Wiederkehrend ist die Gegenüberstellung von Lautstärke, Reichweite, Content-Menge und Aufmerksamkeit einerseits sowie Relevanz, Wirkung, Vertrauen, Belegen und Entscheidungsbeitrag anderer- seits. Dahinter steht die Diagnose: Fragmentierte Öffentlichkeiten und KI-generierte Inhalte machen es einfacher, Sichtbarkeit zu erreichen, aber schwieriger, Glaubwürdigkeit zu erlangen.  

Kommunikation rückt näher ans Geschäft:
Kommunikation gilt als Businessfaktor. Sie soll Investitionen ermöglichen, Akzeptanz sichern, Wettbewerbsfähigkeit erklären, Reputation schützen, Kundenentscheidungen beeinflussen, Risiken senken, politische Handlungsräume schaffen und Führung handlungsfähig machen. 
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Zeitschrift prmagazin mit Leuchtturm auf dem Cover, erinnert an 55 Jahre der Branche. Titel und Artikelübersicht sind sichtbar.


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