McDonald’s ist für Millionen Menschen ein Stück Alltag – und zugleich Projektionsfläche für Kritik: an Fastfood, Globalisierung und, vor allem in jüngster Zeit, an den USA. Markus Weiß, Kommunikationschef für Deutschland, führt die Marke mit viel Fingerspitzengefühl und leisen Tönen durch die gesellschaftlichen Debatten.

Ob die erste Junior-Tüte auf dem Kindergeburtstag oder das „Guilty Pleasure“ – der Genuss mit schlechtem Gewissen, weil der Burger zwar schmeckt, aber man sich deshalb mies fühlt: Mit McDonald’s verbindet fast jeder in Deutschland etwas. Für manche steht die Marke mit den zwei goldenen Bögen für alles, was in der globalisierten Welt schiefläuft: ungesunder Fleischkonsum, produziert unter hohem CO2-Verbrauch, jede Menge Müll in Form von Wegwerfgeschirr.
Lange galt die US-amerikanische Kultur, die McDonald’s wie kaum ein anderes Unternehmen verkörpert, als kultig. Spätestens seit der Wiederwahl von Präsident Donald Trump sorgt sie bei vielen mindestens für hochgezogene Augenbrauen. Im Frühjahr 2025 starteten europaweit Initiativen, die zum Boykott von US-Firmen aufriefen. Auch McDonald’s steht hier ganz oben auf der Liste.
Gleich im Januar, kurz nach Trumps Amtsantritt – im Wahlkampf hatte er sich medienwirksam an einer McDonald’s-Fritteuse ablichten lassen – kündigte das Unternehmen an, in den USA seine Strategien für Diversity, Gleichstellung und Inklusion (DEI) zu überarbeiten. Konkret strich der Konzern quantitative Zielvorgaben für Diversität, externe Evaluierungen und ein Diversitätsprogramm für Lieferanten. Auch das stieß vielen Europäern sauer auf.

Beim prmagazin-Besuch in der Zentrale von McDonald’s Deutschland im Münchner Südwesten, an einem regnerischen Herbsttag, ist von all der Aufregung nichts zu spüren. Das Gebäude wirkt nüchtern. Kein knalliges Rot, kein leuchtendes M, keine Rutsche am Empfang. Im Besprechungsraum wartet Kommunikationschef Markus Weiß, freundlich und maximal unprätentiös. „Brauchst du ne neue Batterie fürs Diktiergerät? Ich hol dir mal eine, Sekunde!“ Wer ihn trifft, merkt schnell: Hier ist einer, der lieber zuhört als auftrumpft.
Weiß kennt die komplizierte Lage selbstverständlich genau. Doch noch bevor die Frage nach der politischen Ausrichtung zu Ende gestellt ist, winkt er ab: „Wir machen hier unser eigenes Ding“, sagt er. „Bei uns gilt: Born in the US, made in Germany.“ Es ist sein Lieblingsspruch. Die lokale Verwurzelung zu betonen, ist ihm wichtig, gerade in diesen Zeiten. „Natürlich bekommen wir mit, was in den USA passiert. Aber unsere Führung ist unabhängig, unsere Franchisenehmerinnen und -nehmer sind Mittelständler aus Deutschland, und einen großen Teil unserer Rohwaren beziehen wir aus dem Inland“, sagt Weiß. Hierzulande dürfte das nicht jedem klar sein. Müsste man sich da nicht klarer gegen das positionieren, was jenseits des Atlantiks schiefläuft? […]

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