Industrialisierung der Kriminalität

Cyberkriminelle stehlen Daten, täuschen Mitarbeitende, setzen Führungskräfte mit Fake-Inhalten unter Druck und nutzen Desinformation zur Erpressung. Aus einzelnen Angriffsmethoden werden koordinierte Operationen, beschleunigt durch KI. Dennis-Kenji Kipker vom cyberintelligence.institute ordnet ein – und erklärt, was als Nächstes droht.

Eine Figur in einem schwarzen Hoodie sitzt vor einem Laptop, von dem ein brechendes Vorhängeschloss und digitale Effekte ausgehen.
(Illustration: OpenAI/prmagazin)

prmagazin: Herr Kipker, wenn wir auf die Bedrohung durch Cyberkriminelle in Deutschland schauen: Wie gefährlich ist es heute für Unternehmen?  

Portrait eines lächelnden Mannes mit Brille, dunkelhaarig, in schwarzem Hemd vor einem hellen Hintergrund.
Dennis-Kenji Kipker (Foto: cyberintelligence.institute (CII))

Dennis-Kenji Kipker: Vor zehn, fünfzehn Jahren haben wir Cybersicherheit oft als technisch-organisatorisches Thema verstanden und empfohlen, auf Netzwerksegmentierung, Verschlüsselung und andere klassische Schutzmaßnahmen zu achten. Das hat sich fundamental verschoben. Wir reden nicht mehr nur von einer Cyber-Bedrohungslage, sondern von Angriffen, die mehrere Ebenen verbinden. Schadsoftware verschlüsselt Systeme oder stiehlt Daten. Betrüger geben sich als Führungskräfte aus, um Mitarbeitende zu Zahlungen oder Datenfreigaben zu bewegen. Digitale Lieferketten werden über Drittunternehmen und Dienstleister kompromittiert. DDoS-Attacken legen Websites oder Dienste lahm. Gleichzeitig können Desinformation, Fake-Inhalte oder Identitätsmissbrauch den öffentlichen Druck auf ein Unternehmen erhöhen.  

Was ist das Neue daran?  

Entscheidend ist: Diese Elemente treten nicht mehr unbedingt getrennt voneinander auf. Wir sehen zunehmend Multivektor-Angriffe, also koordinierte Operationen, bei denen Attacken auf IT-Systeme und öffentliche Manipulation aufeinander abgestimmt sind. […]

Cover des prmagazins mit dem Titel und dem Thema "55 Jahre prmagazin: Branche auf Kurs". Abgebildet ist ein Leuchtturm in stürmischem Wetter. Enthält den Namen Sebastian Ackermann, PR-Manager des Jahres 2025.


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prmagazin-Printausgabe Juni | Juli 2026.

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