Torsten Albig, einst SPD-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, argumentiert heute für rauchfreie Tabakerzeugnisse. Im Interview spricht der Cheflobbyist von Philip Morris über den Strategiewechsel des Unternehmens – und die Frage, warum Regulierung oft an der Wirklichkeit scheitert.

prmagazin: Herr Albig, wenn Medien über Sie berichten, dann meist mit dem Zusatz „Tabaklobbyist“ oder „Zigarettenlobbyist“. Sehen Sie sich selbst auch so?
Torsten Albig: Mir ist bewusst, dass dieses Wort in Deutschland sofort ein bestimmtes Bild hervorruft. Ein Lobbyist gilt hierzulande fälschlicherweise nicht selten als jemand, der im Verborgenen Interessen durchsetzen und politischen Einfluss nehmen will. Bei einer Branche wie unserer wiegt das noch schwerer. Doch dieses Bild ist verkürzt und falsch.
Inwiefern?
Mein Verständnis von Lobbying ist ein angelsächsisches: Ich liefere Realitätsbeschreibungen, die politische Entscheidungen besser machen sollen. Wer als Politiker Gespräche grundsätzlich ablehnt, trifft schlechtere Entscheidungen – das kenne ich aus meiner eigenen Zeit im Amt. Ich erkläre, was Philip Morris tut und was sich verändert, vor dem Hintergrund, dass weltweit eine Milliarde Menschen Tabakprodukte nutzen. In Deutschland sind es rund 20 Millionen Raucher, und etwa ein Drittel der Bevölkerung verwendet täglich eins der Produkte, die auch wir anbieten.
Die Tabaklobby wird angesichts der Schädlichkeit ihrer Produkte sicherlich noch mal kritischer beäugt als andere Interessenvertretungen. Und Sie stehen nun vor der Aufgabe, andere davon zu überzeugen, dass es Philip Morris ernst meint mit der Transformation: weg von der Zigarette.
Ja, und das ist wichtig, auch mir persönlich. Vor 30 Jahren hätte ich niemals für Philip Morris gearbeitet. […]

Weiterlesen? Den vollständigen Beitrag lesen sie exklusiv in der prmagazin-Printausgabe April 2026.
Möchten Sie ein Jahres- oder Probeabo abschließen oder ein Einzelheft bestellen? Hier geht’s zum prmagazin-Shop.
