Der Off-Profi

Hersteller von Spielautomaten und Spielhallenbetreiber haben ein Imageproblem. Als Kommunikationschef des Verbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) wirbt Thomas Knollmann-Bölter nach Kräften um mehr Verständnis für die Branche. Dafür setzt er vor allem auf klassische Pressearbeit – bevorzugt im Hintergrund.

Thomas Knollmann-Bölter: „Wenn ein Thema polarisiert, wie das Glücksspiel, darf dies jedoch nicht einen ehrlichen Diskurs verstellen.“ (Foto: prmagazin/Jörg Heupel)

In den Sommermonaten lädt das Netzwerk Recherche zur Jahreskonferenz. Dann treffen sich beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg zwei Tage lang Deutschlands härteste Investigativjournalisten – und bleiben weitgehend unter sich. Einer ist jedoch regelmäßig dabei: Thomas Knollmann-Bölter. Der Kommunikationschef des Verbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) nahm in den vergangenen Jahren immer wieder an der Konferenz teil. Und jedes Mal überraschte es ihn, wie wenige PR-Kollegen er dort traf. „Ich will ja verstehen, was die Trends sind und wie Journalisten arbeiten“, sagt er. Teilnehmer, die ihn in Hamburg erkennen, staunen. Einmal begegnete er einem Studienfreund, der heute als Investigativjournalist beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeitet. „Der meinte nur: Was machst Du denn hier? Bist Du verrückt?“, erzählt Knollmann und lacht.

Er findet: Nein, ganz und gar nicht. Ja, er spricht für eine Branche, die bei vielen Menschen einen moralischen Abwehrreflex auslöst: die Hersteller von Glücksspielautomaten und ihre Betreiber, also Gastronomieaufsteller und Spielhallenunternehmer. Und die, so die Logik der Kritiker, verdienen Geld damit, dass Menschen ihre hart verdienten Groschen verzocken. Doch Knollmann ist mit sich und der Branche im Reinen: „Wir haben nichts zu verbergen“, sagt er. „Wir legen alles auf den Tisch und haben saubere Argumente für das, was wir tun.“

Knollmann, der während seines PR-Studiums in Leipzig ( „Vom Westen in den Osten“) den Studentenradiosender Mephisto mitgründete und immer noch Mitglied im Deutschen Journalistenverband (DJV) ist, sieht die Presse als „Partner“ – und bietet seine Hilfe an, wo er kann. Die Abteilung Presse und Kommunikation beim Automatenverband leitet er seit Juli 2017.

Als das Angebot eines Headhunters kam, die Kommunikation der damals noch jungen Interessenvertretung zu übernehmen, war aber auch Knollmann zunächst skeptisch. Er sprach damals seit knapp zwei Jahren für den Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und habe „erst mal blank abgesagt“, erinnert er sich. Er konnte mit dem Produkt nicht viel anfangen, sei „von allerlei Vorurteilen geblendet“ gewesen. Trotzdem ließ er sich auf ein Gespräch ein. „Ich traf sehr reflektierte Branchenvertreter, die einen nachhaltigen Veränderungswillen hatten, eine Professionalisierung planten“, berichtet er. „Und meine Vorurteile zerbröselten.“

Als der DAW 2014 an den Start ging, war das Ziel, den verschiedenen Playern der Branche eine gemeinsame Stimme zu geben. Zuvor hatten die industriell geprägten Automatenhersteller und die meist mittelständischen Spielhallenbetreiber nur jeweils eigene Verbände gehabt ( „Aus zwei mach eins“). 2017 entschloss sich die Branche dann, auch medial mit einer Stimme zu sprechen und die Kommunikation neu aufzustellen. Knollmann ließ sich von der Aussicht überzeugen, den Bereich völlig neu aufbauen zu dürfen. […]


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