Axel Löber hat vor zehn Jahren das Rebranding des Pharma- und Technologiespezialisten Merck organisiert. Dann ging sein Chef Walter Huber in Rente, dessen Nachfolger gaben sich in Darmstadt die Klinke in die Hand, und Löber selbst wechselte zu E.ON. Seit 2023 ist er zurück, leitet nun die Kommunikation – und macht weiter, wo er 2018 aufgehört hat.

Das Wasser von Paris? Taugt nix. Das war einer der Aufreger der Olympischen Spiele im Sommer 2024. Die Triathleten sollten damals in der Seine schwimmen, doch Experten warnten vor der miesen Wasserqualität. „Und was haben wir gemacht?“ Axel Löber lächelt verschmitzt. „Wir sind zu den Wasserexperten bei uns im Haus gegangen und haben gefragt, warum das eigentlich so ist.“ Ein Social-Media-Video aus der Werkskläranlage in Darmstadt war innerhalb weniger Stunden produziert. Löber hatte zwar kein Werbebudget hinterlegt, deshalb sammelte der Spot keine überwältigenden Klickzahlen. Intern, so der Kommunikationschef, sei die Aktion aber gut angekommen.
„Hier ist alles bisweilen ein bisschen nerdy“, sagt Löber. Merck als Wissenschaftler-Community – das ist genau das Bild, das sie von dem Konzern vermitteln wollen. Löber weiß, wovon er spricht. Er arbeitete schon vor zehn Jahren einmal für die Hessen. Schon damals hatten die Darmstädter die kommunikative Klammer „Wissenschaft und Technologie“ um ihre sehr unterschiedlichen Geschäftsbereiche gezogen. Merck ist schließlich kein reines Pharmaunternehmen (Geschäftsbereich Healthcare), sondern verdient sein Geld auch mit Technik und Anlagen für andere Medikamentenhersteller (Geschäftsbereich Life Science). Hinzu kommt eine „Electronics“-Sparte ( Kasten „Company behind Companies“).
Löber spielt gern mit dem Motiv der internationalen, diversen Naturwissenschaftlertruppe, die auf dem campusartigen Gelände, auf dem kleine, autonome Lieferroboter herumfahren, an allerlei Zukunftstechnologien tüftelt. Das prmagazin-Gespräch findet in einem der verglasten Besprechungsräume im sogenannten Innovation Center statt, einem weitläufigen Bau mit offenen Betonpodesten und Freitreppen.
Plötzlich bleibt Löbers Blick eine Etage tiefer hängen. Er unterbricht sich: „Ich bin gerade etwas irritiert, weil da unten Übungen gemacht werden“, sagt er und grinst. Der Leiter eines Workshops lockert die Teilnehmer mit Schulterdehnungen auf. Das Bild passt in das Gebäude, das Raum bieten soll für „Innovationsprojekte“ und Gründerteams.
Löber bezeichnet sich selbst als „Bumerang“, einen Rückkehrer. „Davon gibt es bei uns im Haus interessanterweise einige“, sagt er. Zwischen 2012 und 2018 war er schon einmal in der Merck-Kommunikation tätig, damals organisierte er vor allem die Entwicklung des bis heute aktuellen Markenauftritts. Er war noch an Bord, als 2016 Isabel De Paoli aus der Merck-Konzernstrategie die Kommunikationsleitung, die Löber jetzt selbst innehat, von Walter Huber übernahm. 2017 folgte auf De Paoli dann schon Constantin Birnstiel, zuvor bei Uniper.
Ein Jahr später ging Löber zu E.ON. Während seiner Zeit in der Energiebranche folgten zwei weitere Wechsel an der Spitze der Merck-Kommunikation: 2020 übernahm Thomas Möller – er war vorher Leiter Media Relations unter De Paoli und dann unter Birnstiel.
Im Januar 2022 löste ihn Sabia Schwarzer ab, vorher 25 Jahre bei der Allianz, die sich ebenfalls bereits nach einem guten Jahr wieder aus Darmstadt verabschiedete. Sie soll nicht allzu gut mit Merck-Chefin Belén Garijo ausgekommen sein, die seit Mai 2021 Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck ist, munkeln Beobachter. Offiziell begründete Schwarzer ihren Weggang damit, dass sie näher bei ihrer Familie in den USA sein wolle. Löber sagt dazu nichts, auch nicht zu den Wechseln vor ihrer Amtszeit.
Jedenfalls meldete sich Merck wieder bei ihm und wollte ihn für den Top-Job zurückholen. Hatte er keine Sorge, auf einem Schleudersitz zu landen? […]

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe Mai 2025.
Möchten Sie ein Jahres- oder Probeabo abschließen oder ein Einzelheft bestellen?
