Kaum ein Schlagwort in der energiepolitischen Debatte ist so aufgeladen wie „Technologieoffenheit“. Ursprünglich stand es für ein vernünftiges Konzept, findet Kathrin Witsch, Energiejournalistin beim Handelsblatt. Inzwischen sei der Begriff aber zum Kampfwort geworden.

prmagazin: Frau Witsch, wenn Politiker von „Technologieoffenheit“ sprechen, hört sich das im liberalen Sinn erst mal logisch an: keine Technologie ausschließen, Innovationen ermöglichen. Das klingt doch eigentlich ganz vernünftig, oder?
Kathrin Witsch: Ja, das Konzept Technologieoffenheit hat in der ursprünglichen Bedeutung viel Potenzial – und dafür sollte der Begriff wieder stehen. Aber in den vergangenen Jahren wurde er zunehmend als politischer Kampfbegriff missbraucht, gerade wenn es um Energie geht. Wer im Zusammenhang mit E-Fuels oder Gaskraftwerken von „Technologieoffenheit“ spricht, will bestimmte Gruppen ansprechen, die die Förderung einzelner Technologien rechtfertigen oder Regulierung verteufeln. Mit einer wirklich ergebnisoffenen Haltung hat das wenig zu tun.
Ein Beispiel, bei dem sich das gut beobachten lässt, ist die Debatte um Wasserstoff.
Genau. Immer wieder wird dabei von „technologieoffen“ gesprochen. Aber oft ist das Gegenteil gemeint. Etwa wenn blauer Wasserstoff aus CO2-Speicherung als gleichwertige Alternative zu grünem, erneuerbaren Wasserstoff dargestellt wird. Dahinter stecken natürlich wirtschaftliche Interessen. […]

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