Zu viel Schatten

Wer eine Pauschalreise bucht, ist gegen alle Eventualitäten abgesichert, selbst im Fall einer Insolvenz des Reiseveranstalters. Dafür sorgt der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF). Doch der steht auch in der Kritik. Im Pressestellentest wollten wir von den größten Unternehmen der Branche wissen: warum eigentlich?

(Illustration: OpenAI/prmagazin)

Der Schock saß tief. Als im September 2019 der Reiseveranstalter Thomas Cook Insolvenz beantragte, drohten zahlreiche Reisende auf ihren Kosten sitzen zu bleiben. Das Unternehmen war zwar versichert, doch die Garantien deckten die tatsächlich anfallenden Kosten nicht ab. Die Politik musste für die Verbraucher in die Bresche springen und mahnte: So etwas darf nie wieder passieren.

Eine Lösung wurde schnell geschaffen: Der Deutsche Reisesicherungsfonds soll Pauschalreisende absichern. Es dauerte nicht lange, bis er erstmals gefordert war. Die Insolvenz des Großveranstalters FTI Touristik im Juni 2024 stellte die bisher größte Belastungsprobe für den DRSF dar. Bis Mai 2025 hatte der Fonds mehr als 172.000 Erstattungsanträge bearbeitet und rund 245 Millionen Euro ausgezahlt.

Die Testsiegerin:
Eva Machill-Linnenberg,
Pressesprecherin

Wikinger Reisen

Und dennoch: Verbände und Politiker kritisierten das System in der Vergangenheit immer wieder. Die FDP brachte Anfang 2025 einen Gesetzentwurf ein, der eine Absenkung der Einzahlungen vorsieht, um die Branche zu entlasten. Die Sommerferienzeit nehmen wir zum Anlass, bei den größten deutschen Reiseveranstaltern selbst nachzufragen: Hat sich der DRSF bewährt? Und wo sehen sie Verbesserungsbedarf?

Das Ergebnis? Ist, pauschal gesagt, ziemlich gespalten. Zweimal vergeben wir die Gesamtnote „Erstklassig“, fünfmal „Sehr Gut“. Es gibt allerdings auch einige Totalausfälle. Besonders überzeugt hat uns diesmal aber keiner der ganz Großen, sondern Eva Machill-Linnenberg von Wikinger Reisen. In beachtlichem Tempo organisiert sie ein Hintergrundgespräch mit ihrem CEO, das keine Wünsche offenlässt. Enttäuscht werden wir dafür von Veranstaltern wie Ameropa oder 1AVista Reisen, die komplett abtauchen.

Pressestellen-Ranking:
1 – Wikinger Reisen
2 – Dertour
3 – TUI
4 – Hapag-Llyod Cruises
5 – Alltours
6 – Gebeco
7 – Aida
8 – Plantours
9 – Bucher Reisen
10 – Studiosus
11 – Phönix Reisen
12 – schauinsland reisen
13 – A-Rosa
14 – Ameropa
14 – 1AVista Reisen

Details zu Testkriterien und Punktegewichtung finden Sie hier.

Weiterlesen? Den vollständigen Pressestellentest mit allen Detailwertungen lesen sie exklusiv in der prmagazin-Printausgabe August 2025.

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