
In einer zunehmend VUCA-geprägten Welt ist es wichtig, auch mal innezuhalten. Die perfekte Zeit dafür ist für viele Manager „zwischen den Jahren“ bis Anfang Januar. Ob mit Buch daheim oder auf der Skipiste: Zehn Kommunikationsprofis erzählen, wo und wie sie den Jahreswechsel verbracht haben – und welche Rolle bewusste Auszeit für sie als Führungskraft spielt.
Drei Streifen, 4.000 Steine
Sebastian Steffen
Leiter Investor Relations & Corporate Communications adidas

Meine Winterpause verbringe ich traditionell in den Bergen. Hier ticken die Uhren einfach ein bisschen langsamer, manchmal fühlt es sich sogar an, als würde die Zeit kurz stillstehen. Genau das gibt Raum für all die Dinge, die im Lauf des Jahres oft zu kurz kommen. Dazu gehört vor allem die gemeinsame Zeit mit meiner Familie: Skifahren, lange Spaziergänge mit unserem Hund oder ausgedehnte Spieleabende – selbstverständlich in einem gemütlichen Jogginganzug mit drei Streifen. Endlich einmal ohne Zeitdruck über alles sprechen, was groß und klein beschäftigt, das vergangene Jahr Revue passieren lassen, Pläne fürs nächste schmieden und viel zusammen lachen. Und ja, beim Skifahren meistens über mich. Und natürlich durfte auch mein persönliches Entspannungsritual, das ich seit einigen Jahren für mich entdeckt habe, nicht fehlen: Lego-Bauen. Allerdings nicht irgendein Set, sondern die Lego-Version eines der großen Fußballarenen. Stundenlang konzentriert die fast 4.000 Steine richtig zusammenzusetzen, ist für mich die perfekte Art, komplett abzuschalten. In diesem Jahr habe ich mich an das altehrwürdige Old Trafford gewagt. Das Stadion von Manchester United ist nun ein echter Hingucker in meinem Büro und erinnert mich jeden Tag daran, wie gut diese Auszeit in den Bergen getan hat. Und daran, dass ich dieses Jahr unbedingt das Bernabéu auf meinen Wunschzettel schreiben muss.
Auftanken in South Beach
Andreas Bartels
Leiter Communications Lufthansa Group

In diesem Jahr feiert Lufthansa ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Der Kommunikationskalender ist daher noch voller als sonst. Die Winterpause habe ich genutzt, um für den bevorstehenden Jubiläumsmarathon etwas Sonnenenergie zu tanken. Ein perfekter Ort dafür ist South Beach, Miami. Die ikonischen Art-Deco-Boutiquehotels direkt am Ocean Drive bieten für jeden Geschmack eine passende Unterkunft. South Beach ist nicht nur ideal, um am Strand zu entspannen, sondern es gibt kaum einen Ort auf der Welt, der mehr zu Bewegung, Sport und zum Laufen einlädt als der Beachwalk. Für die geistige Fitness habe ich ein Buch eingepackt, das mich vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in den USA besonders interessiert: „Weißglut“ von Bernd Greiner. Die transatlantischen Beziehungen sind politisch, ökonomisch, aber auch für mich persönlich von herausragender Bedeutung. Nicht jede aktuelle Entwicklung in Amerika lässt sich historisch erklären. Aber es hilft, die gesellschaftlichen Umbrüche der vergangenen 100 Jahre, die der Historiker Greiner spannend und anschaulich beschreibt, besser zu verstehen. So habe ich das vergangene Jahrhundert in meiner Winterpause aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet: mit Blick auf die Geschichte unserer Lufthansa und auf die amerikanische Gesellschaftsgeschichte.
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