Wirtschaftliche Unsicherheit lässt Aufträge wegbrechen, Künstliche Intelligenz übernimmt viele Routineaufgaben. Das verändert den Personalbedarf von Agenturen. Vor allem der Druck auf Juniorkräfte scheint zu steigen. Der klassische pyramidale Agenturaufbau wäre damit Geschichte. Doch die Realität ist komplexer. Manche Agenturen investieren sogar wieder verstärkt in Nachwuchs.

Wenn Katharina Biebl auf eine EMail antwortet, einen LinkedInPost oder ein Konzept schreibt, ist stets KI mit am Werk. Die Kommunikationsberatung rlvnt.ai, deren Mitgründerin Biebl ist, hat ihre Arbeitsprozesse weitgehend auf Künstliche Intelligenz umgestellt, sagt die Agenturchefin.
Die Beraterinnen und Berater bauen sich immer mehr eigene Assistenten: Es gibt Bots für LinkedInPosts und für die Entwicklung von Beratungskonzepten. Künftig sollen Schnittstellen zwischen den KI-Systemen der Agentur und deren Kunden entstehen, damit beide Seiten sich austauschen können. „Wir glauben, dass es darauf hinausläuft“, sagt Biebl. „Und das ist auch nötig, damit die Agenturen nicht am Ende abgeschafft werden.“
Viele der Aufgaben, die jetzt KI-Assistenten erledigen, hatten früher Juniorkräfte auf dem Tisch. Die Folge: Die Teamstruktur hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren deutlich verändert, so Biebl. „Aktuell haben wir nur noch eine Juniorberaterin im Team.“ Gerade in der Anfangszeit arbeitete die Agentur fast ausschließlich mit Juniors.
Es ist ein Trend, der nicht nur die Agenturwelt betrifft. Eine aktuelle Harvard-Studie zeigt: Seit 2023 ist die Anzahl jüngerer Arbeitnehmer in den 285.000 untersuchten Firmen um fast acht Prozent zurückgegangen. Die Forscher führen das darauf zurück, dass weniger Juniorkräfte eingestellt werden. Die Jobplattform Stepstone hat mehr als vier Millionen Stellenanzeigen ausgewertet und bestätigt den Trend: Im ersten Quartal 2025 gab es 45 Prozent weniger Einstiegsjobs als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
„KI übernimmt in Agenturen viele Aufgaben von Junioren“, beobachtet Jessica Müller von der GK Personalberatung. Sie vermutet, dass die klassische pyramidale Altersstruktur von Agenturen – mit vielen Juniors unten und wenigen Seniors oben – von der Form einer Sanduhr abgelöst wird: […]

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