Mehr Daten und KI eröffnen Kommunikationsverantwortlichen neue Möglichkeiten, Reputation systematischer zu beobachten. Doch mehr Messbarkeit bedeutet noch lange keine bessere Steuerung. Wie aus Daten klügere Entscheidungen werden, erklärt Reimer Stobbe, einer der Väter des DPRG/ICV-Wirkungsstufenmodells. Heute engagiert er sich freiberuflich unter anderem in der DPRG und der AG CommTech für die Themen Kommunikationssteuerung sowie Strategie und Wirkungsmessung.

Vertrauen ist in der Krise. Das zeigen viele Studien, und die politische und gesellschaftliche Lage spricht die gleiche Sprache. Für Unternehmen und Organisationen ist das die Herausforderung der Zeit. Ursachen für Vertrauensverlust sind oft fehlender Dialog, widersprüchliches Verhalten und schlechte Kommunikation – kurz: gestörte Beziehungen. Die Folge: Transformationsprogramme stoßen auf Skepsis, Standortentscheidungen werden öffentlich angegriffen, Nachhaltigkeitsversprechen überprüft, Aussagen von Führungskräften in Echtzeit kommentiert.
Das Umfeld war selten schwieriger: fragmentierte Öffentlichkeiten und Stakeholdergruppen, KI-geprägte Social-Media-Kanäle, Fake News und Desinformation. Zugleich wächst die Sensibilität für Widersprüche zwischen Anspruch und Verhalten von Unternehmen. Ein einzelner Vorwurf, eine durch Bots verstärkte Kampagne oder eine interne Information, die nach außen dringt, können schnell zur Reputationsbedrohung werden. Das macht kommunikatives Risikomanagement dringend erforderlich.
Was heißt das für die Organisationskommunikation? Jetzt ist ihre Stunde. Mehr denn je muss sie ihre strategische Rolle wirksam ausfüllen – eine Rolle, die seit Jahren beschrieben wird. Dieselbe KI, die Bedrohung verschärft, wird zum Werkzeug: Sie übernimmt Routinen und traditionelle Dienstleisterfunktionen – und schafft damit Raum für strategische Aufgaben. […]

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