Alexandra Groß, Chefin von Fink & Fuchs und GPRA-Präsidentin, räumt mit dem Mythos vom Nachwuchsproblem in der Agenturszene auf. Sie ist überzeugt: Motivierte Talente gibt es genug – der Knackpunkt ist die Personalarbeit.

prmagazin: Laut der aktuellen GWA-Erhebung empfinden 63 Prozent der befragten Agenturen den Fachkräftemangel als Wachstumshemmnis. Teilen Sie die Meinung?
Alexandra Groß: Ich denke, der Diskurs wird oft zu vereinfacht geführt und in den Medien dargestellt. Alle Agenturen werden in einen Topf geworfen, egal ob PR-, Marketing- oder Werbeagenturen. Die Schlagzeile lautet dann: „Agenturen haben ein Nachwuchsproblem!“ Ich denke, das ist zu allgemein und gilt nicht für alle Agenturen. Und ohnehin haben sämtliche Branchen aufgrund des demografischen Wandels grundsätzlich weniger Fachkräfte zur Verfügung. Das betrifft auch die Kommunikationsszene. Allerdings finde ich nicht, dass unsere Branche einen spezifischen Fachkräftemangel hat.

Sondern?
Die qualifizierten jungen Leute sind da. Und die Ausbildungsmöglichkeiten sind inzwischen sehr umfangreich und ausdifferenziert. Es gab noch nie so viele Studiengänge und Kombinationsmöglichkeiten wie heute. Früher kamen für angehende Kommunikationsprofis vor allem geisteswissenschaftliche Studiengänge infrage. Heute bieten viele Hochschulen spezialisierte Programme in Kommunikation und Medien an. Das Gute daran ist: Junge Leute haben Lust auf Kommunikation. Den vielbeschworenen Fachkräftemangel halte ich daher für eine Legende.
Wieso beklagen sich Agenturen dann?
Weil sich bei ihnen tatsächlich nicht genug Leute bewerben. Das liegt aber auch an den Agenturen selbst und nicht nur an fehlenden Interessenten. Sie müssen sich heute mehr Mühe geben, gute Talente zu finden.
Wie soll das gehen?
Zunächst sollten sie schauen, wie ihre Personalabteilung aufgestellt ist. […]

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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe Dezember 2024 | Januar 2025.
