Deepfakes, CEO-Fraud und generische KI-Texte bedrohen die Glaubwürdigkeit von Führungskräften im digitalen Raum. Gleichzeitig steigt der Druck, als CEO auf Social Media sichtbar zu sein. Der LinkedIndex von palmerhargreaves zeigt, wie deutsche Vorstandsvorsitzende LinkedIn nutzen, um Vertrauen zu schaffen.

Director Executive Communications
palmerhargreaves
Hongkong, Januar 2024: Ein Finanzmanager eines internationalen Konzerns sitzt im Videocall. Am anderen Ende: der CFO seines Unternehmens. Alles scheint normal: Stimme, Gesicht, Körpersprache – und ist doch eine Fälschung. Der Mann spricht mit einem täuschend echten Deepfake, generiert von Künst- licher Intelligenz. Am Ende überweist der Manager 25 Millionen Dollar und wird damit Opfer eines perfiden CEO-Fraud.
Der spektakuläre Fall, über den CNN Anfang dieses Jahres berichtete, zeigt, wie fragil Vertrauen im digitalen Zeitalter geworden ist. Wenn selbst der direkte Austausch mit der eigenen Führungskraft zum Einfallstor für Betrüger wird, geraten die Grundfesten der Vorstandskommunikation ins Wanken. CEOs stehen heute unter doppeltem Druck: Sie müssen digital Präsenz zeigen – und sich gleichzeitig vor der Täuschung durch KI schützen. LinkedIn wird dabei zu einem wichtigen Werkzeug der Stakeholder-Kommunikation. Denn die Plattform bietet weit mehr als eine Bühne für Markenbildung oder Karriere-News: Sie ermöglicht es CEOs, ihre Rolle in der Öffentlichkeit aktiv zu gestalten und glaubwürdig im digitalen Raum zu verankern. Wer regelmäßig persönlich kommuniziert, schafft eine Identität, die schwer künstlich nachzuahmen ist.

Aber wie nutzen deutsche CEOs LinkedIn tatsächlich? Der aktuelle LinkedIndex von palmerhargreaves gibt darauf eine fundierte Antwort. Seit 2020 untersucht die Agentur mit der Studie regelmäßig das Kommunikationsverhalten von CEOs der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland – mit Fokus auf die HDax-Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax. Für die neueste Ausgabe wurde die LinkedIn-Präsenz von 102 CEOs untersucht, von denen 57 die Kriterien für eine vertiefte Analyse erfüllen: Sie posten regelmäßig und interagieren messbar mit ihrem Netzwerk. In die Untersuchung flossen rund 2.500 Beiträge, etwa 58.000 Eigeninteraktionen und mehr als 2,1 Millionen Follower- Reaktionen ein.
Die Studie betrachtet fünf zentrale Erfolgsfaktoren: Follower-Zahl, Engagement Rate, Beitragshäufigkeit, Reaktionen aus der Community (Audience Activity) und die Netzwerkaktivität der CEOs selbst (Owner Interactions). Daraus entsteht ein Ranking, das sowohl Aktivität als auch Relevanz im Netzwerk abbildet. Der Blick auf die drei bestplatzierten Profile zeigt, wie unterschiedlich erfolgreiche Vorstandskommunikation auf LinkedIn gestaltet sein kann […]

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe April 2025.
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