Ausgabe Juni/Juli 2025

Energiekommunikation steht heute unter Hochspannung. Wie führt man eine Branche durch den Sturm politischer Umbrüche, technologischer Umwälzungen und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen? In unserer Sonderausgabe zur Kommunikation rund um Energie, Energiewirtschaft und Energiepolitik analysieren wir die neuen Anforderungen an die Kommunikation der Branche – von Public Affairs bis Kundenservice, von CEO-Positionierung bis Akzeptanzmanagement. In der Titelstory geben EnBW-Kommunikationschef Sebastian Ackermann und sein CEO Georg Stamatelopoulos exklusiven Einblick in ihre Arbeit. Gemeinsam werben siefür eine Entideologisierung der energiepolitischen Debatte. „Stimmen der Vernunft“ lautet deshalb die Headline.


Mit Beilage zum „PR-Manager des Jahres 2024″

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EDITORIAL

Energiewirtschaft: Kunden im Fokus
Die Notwendigkeit neuer Paradigmen in der Kommunikation hat die Energiebranche längst erkannt.


TITEL

EnBW: Stimmen der Vernunft
CEO Georg Stamatelopoulos wirbt für eine Entideologisierung der energiepolitischen Debatte. Derweil entwickelt sein PR-Chef Sebastian Ackermann die Kommunikation seit seinem Start im Januar 2025 behutsam weiter – etwa in puncto Datennutzung und Imagewerbung. Sein Credo: Ziele erreicht man nur mit den Menschen, nicht gegen sie.

Unsere Titelgeschichten gibt es nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Hören. Im neuen prmagazin-Podcast „Das Gespräch – Titelstorys im O-Ton“ können Sie dabei sein, wie unsere großen Stücke entstehen: mit exklusiven Einblicken in die Gespräche, auf denen die Storys basieren.


MEDIEN & DEBATTEN

Energiejournalisten: Die Top 10
Wer tut sich in der Berichterstattung über Energiethemen besonders hervor? Convento hat für das prmagazin die führenden Journalisten und Medien in Deutschland ermittelt.

Digitale Souveränität: Chancen für Europa?
Angesichts geopolitischer Konflikte und des Zollstreits mit den USA will Europa seine digitale Souveränität stärken. Dafür braucht es Rechenzentren – und die benötigen viel Energie. Wie berichten die globalen Medien über dieses Thema? Das haben die Experten von Brandwatch/Cision Insights für das prmagazin analysiert.

Grüner Wasserstoff: Zwischen Hype und Skepsis
Green Hydrogen gilt als einer der Hoffnungsträger der Energiewende. Wie sichtbar ist das Thema heute? Was treibt die mediale Aufmerksamkeit? Und wo verlaufen die Bruchlinien zwischen Aufbruch, Skepsis und politischer Kontroverse? Für das prmagazin untersucht PRophet (ehemals Unicepta), ob und wie Kommunikationsprofis das Thema noch aktiv steuern können.

Wasserstoffbranche: Vernetzt, aber sprachlos
Stephan Görland und Sigrid Kannengießer von der Universität Münster haben untersucht, wie die Wasserstoffbranche kommuniziert. Ihre Analyse zeigt: Zahlreiche Netzwerke begleiten die Transformation – doch sie kommunizieren selten strategisch. Die Deutungshoheit übernehmen Einzelakteure und Influencer.

Technologieoffenheit: Zurück zur Sachlichkeit
Kaum ein Schlagwort in der energiepolitischen Debatte ist so aufgeladen wie „Technologieoffenheit“. Ursprünglich stand es für ein vernünftiges Konzept, findet Kathrin Witsch, Energiejournalistin beim Handelsblatt. Inzwischen sei der Begriff aber zum Kampfwort geworden.

Kommunikationscafé: Jetzt reinhören!
Der Podcast der GPRA Young Professionals in Partnerschaft mit dem prmagazin


STRATEGIE & ORGANISATION

Energiekommunikation: Weniger Pathos
Realitätssinn statt Heldenmythen: Andreas Kuhlmann, von 2015 bis 2023 dena-Chef und heute Geschäftsführer bei Christ & Company, fordert eine neue Ehrlichkeit in der Energiekommunikation. Der Auftrag an Politik und Wirtschaft: Vertrauen schaffen, Komplexität übersetzen, Narrative erneuern.

GWPR-Kolumne: Jammern kann jeder
Bei der Energiewende machen Lösungsvorschläge und Taten den Unterschied, meint Stephanie Schunck von Global Women in PR Deutschland.

Neue Narrative: Mehr Realitätssinn
Die Energiewende ist nicht tot – doch um die Akzeptanz dieser „Jahrhunderttransformation“ zu sichern, dürfen sich Unternehmen nicht nur an idealistische Narrative klammern, meint Tim Efing von FGS Global.

Kommunikationsstrategie: Dezentraler, digitaler, dialogorientierter
Die Kommunikation der deutschen Energiewirtschaft hat sich grundlegend verändert: weg von technokratischer Top-down-Information hin zu Transparenz, Partizipation und vielfältigen zielgruppenspezifischen Kanälen. Zentraler Treiber dafür ist die Energiewende, meint Volker Heck von H/Advisors Deekeling Arndt.

Unternehmenskommunikation: Strategischer Taktgeber
Unternehmenskommunikation ist in der Energiebranche heute mehr denn je Schlüssel zu Vertrauen, Legitimität und langfristigem Erfolg. Was heißt das für ihr Anforderungsprofil im Jahr 2025 – und darüber hinaus? Dieser Frage geht Jan-Peter Schwartz von der Brunswick Group nach.

+++ Rechtskommunikationsgipfel 2025 +++
Am 13. November 2025 findet in Berlin der nächste Rechtskommunikationsgipfel statt. Mit Impulsen & Einblicken von: Steffen Hebestreit, Regierungssprecher a.D. l Stefanie Hubig, Bundesjustizministerin l Jens Bodo Koch, CEO Heckler & Koch l Stefan von Raumer, Präsident Dt. Anwaltverein l Stefan Gelbhaar, Bündnis 90/Die Grünen l Elaine Bredehoft, ehem. Anwältin von Amber Heard (vs. Johnny Depp). Jetzt anmelden.


CASES

Solarbranche: Zwischen Boom und Bedeutungslosigkeit
Lautstarkes Marketing oder vorsichtiges Schweigen – zwischen diesen Extremen bewegt sich die Kommunikation der Solarbranche. Doch in einem politisch aufgeladenen Energiemarkt reicht das nicht aus. Warum Start-ups wie Alteingesessene ihre Kommunikation neu justieren müssen, erläutert Anita Haak von Oseon.

E.ON: Die Wende neu erzählen
Flexibilität ist der Schlüssel der Energiewende – doch wer sich in der Kommunikation hinter technischen Daten versteckt, hat schon verloren. René Mono von E.ON fordert ein neues Narrativ als Kontrapunkt zum angstgeprägten öffentlichen Diskurs – und eine Flexibilitätsagenda der Bundesregierung.

Uniper: Transparenz, Teilhabe, Tempo
Ohne Rückhalt vor Ort scheitert jede Energiewende – egal, wie ambitioniert die Pläne sind. Florian Dötterl von Uniper erklärt, wie man Akzeptanz selbst für kontroverse Infrastrukturprojekte erreicht. Drei Beispiele, drei Werkzeuge, eine Strategie.

Siemens Energy: Energie zum Anfassen
Unsere Fotostrecke zeigt die „Energy Landscape“ von Siemens Energy – ein komplexes Modell, das live simuliert, wie sich Eingriffe ins Energiesystem eines Landes auf die Versorgungssicherheit und die Netzstabilität auswirken.

RWE: Stabil im Netz
Markus Krebber führt nicht nur einen Energiekonzern, sondern auch eine Debatte: sachlich, strategisch und wirkungsvoll. Auf LinkedIn positioniert sich der Vorstandsvorsitzende von RWE als Architekt der deutschen Energiewende. Daniel Jungblut erklärt, was andere CEOs von dieser Strategie lernen können. Felix Sommerfeld, bei RWE als Head of Digital Communications für Krebbers Linkedin-Kommunikation zuständig, gibt im Interview Einblicke in seine Strategie.

Belgische Atomkraftwerke: Erklär mir Deine Welt
Verstehen und Wertschätzung sind für Peter Dietlmaier und Katrin Nesemann die Grundlagen erfolgreicher Energiekommunikation. Der Schlüssel zu Akzeptanz liegt im Perspektivwechsel. Was das in der Praxis heißt, zeigen die CCounselors-Partner am Beispiel eines grenznahen belgischen Kernkraftwerks.


PROTEST & AKZEPTANZ

Kommunen: Hochspannung vor Ort
Politische Polarisierung, Bürgerproteste, Erwartungsdruck: Kommunale Kommunikation zur Energiewende ist komplexer denn je. Wie man vor Ort Akzeptanz schafft, erklärt Energie- und Infrastrukturexperte Martin Dohmen.

Aktivistengruppen: Gegenspieler der Energiewende
Bürgerinitiativen und Aktivistengruppen, die sich gegen konkrete Projekte der Energiewende stellen, sind stark vernetzt. Wer sind diese Akteure, die gegen Windkraft oder Geothermie lobbyieren? Was sind ihre Motive, und wie groß ist ihre Reichweite?

CO2-Speicherung (CCS): Tief unten, hoch umstritten
CCS ist notwendig – doch ohne gesellschaftliche Akzeptanz unmöglich. Länder wie Dänemark, Norwegen und die Niederlande zeigen, wie es geht, meint Anja Schlicht von navos. Sie fordert jetzt eine gemeinsame Kommunikationsanstrengung von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft.

Studie: Akzeptanzkrise
Die Energiewende droht am Vertrauensverlust zu scheitern – nicht an der Technik, folgert Johannes Venjakob vom Wuppertal Institut aus einer Bevölkerungsbefragung.

Theorie & Praxis: Stragien der Energiekommunikation
Wie Kommunikation die Zuschreibung von Legitimität für Erneuerbare-Energien-Projekte unterstützen kann, analysieren Helena Stehle, Julia Lührmann (beide Universität Münster) und Bernadette Uth (Universität Wien) auf den „Gelben Seiten“ auf Basis eines aktuellen Forschungsprojekts.


POLITIK & PUBLIC AFFAIRS

Regierungswechsel: Neue Machtzentren
Die energiepolitische Agenda der neuen Bundesregierung verändert das Spielfeld für Public Affairs. Konstantin Zech von FTI Consulting, über Machtverschiebungen, Zielkonflikte und strategischen Handlungsbedarf.

Gebäudeenergiegesetz I: Heiz-Hysterie
„Heizungsverbot“, „Wärmepumpen-Diktat“, „Habecks Heiz-Hammer“ – das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde hoch emotional diskutiert. Wir haben zehn Unternehmen aus betroffenen Branchen gefragt, wie sie die Debatte erlebt haben. Ihre Antworten zeigen: Die GEG-Debatte war kein Randphänomen, sondern ein Lehrstück für politische Kommunikation im Krisenmodus – mit spürbar negativen Folgen für Vertrauen, Meinungsbildung und Investitionsklima.

Gebäudeenergiegesetz II: „Es geht um jeden Heizungskeller“
Warum geriet die Debatte um das „Heizungsgesetz“ derart außer Kontrolle? Jörg Radtke vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) teilt erste Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt ENVIKO – und erklärt, wie sich emotionale Eskalation in der Energiekommunikation künftig vermeiden lässt.


DIE LETZTE SEITE

Kerstin Maria Rippel: Lösungen liefern
Die Kommunikation zur Energiewende muss ehrlicher werden, fordert die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl in ihrem Gastkommentar.

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