Wieso stoßen gute Ideen oft auf Widerstand? Weil es nicht genügt, nur gute Politik zu machen – sie muss auch gut erzählt werden. Das zeigt das EU-geförderte Projekt Energy Efficiency Watch (EEW). Daniel Becker vom Projektpartner Guidehouse erklärt, warum die Energiewende neue Narrative braucht und welche funktionieren.

Das Projekt Energy Efficiency Watch (EEW) startete 2006. Zunächst ging es – im Kontext der ersten europäischen Energieeffizienzrichtlinie – um die Frage, ob es überhaupt möglich ist, das breite Spektrum der Energieeffizienz in verschiedenen Sektoren durch politische Maßnahmen zu steuern.

Partner mit Schwerpunkt
Communities, Energy &
Infrastructure,
Guidehouse Germany
Nach einigen Jahren zeichnete sich ab: Einerseits war der Ansatz der EU-Kommission sehr erfolgreich, den Mitgliedsstaaten die Wahl der jeweiligen Mittel zu überlassen. Es entstand eine breite Palette gut durchdachter Instrumente, von der Gebäudedämmung bis zur Effizienzsteigerung in der Industrie. Andererseits blieb immer noch ein erhebliches Implementierungsdefizit. Die Instrumente waren vorhanden, aber oft fehlte der politische Wille zur Umsetzung.
Dabei zeigten sich große Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten. In den EEW-Dialogformaten kristallisierte sich heraus, dass die Bereitschaft zur wirksamen Implementierung politischer Instrumente maßgeblich davon abhing, ob unterstützende Narrative existieren.
Beispiel Dänemark: Dort ist im öffentlichen Bewusstsein fest verankert, dass ein kleines Land mit vergleichsweise hohen Energiepreisen auf technische Innovationen angewiesen ist, um Energiekosten zu senken. Unabhängig von Brüsseler Vorgaben besteht in Dänemark ein nationales Eigeninteresse in weiten Teilen der Bevölkerung, über politische Frontlinien hinweg. Entsprechend verläuft die Umsetzung effizienzpolitischer Maßnahmen und inzwischen auch des gesamten europäischen Clean Industrial Deal vergleichsweise konfliktfrei.
In vielen Ländern ist das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen unterstützenden Narrativen und Umsetzungserfolg paradoxerweise schwach ausgeprägt. […]

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