Die Kunst des Teilens

Ein starkes Team ist der Schlüssel zum Erfolg jeder Agentur. Aber wie binden Inhaber und Geschäftsführer Top-Kräfte langfristig? Ein Überblick über mögliche finanzielle wie nicht-finanzielle Maßnahmen.

(Illustration: prmagazin/DALL·E. Dieses Bild wurde mit KI generiert.)

In der Medien- und Kommunikationsbranche sind Talente umkämpft. Unternehmen und Agenturen versuchen, Angestellte mit Potenzial zu finden – und zu halten. So auch Elif. Sie hat vor 15 Jahren ihre Kommunikationsberatung gegründet, der Kundenstamm und das Team sind stark gewachsen, es läuft sehr gut. Seit geraumer Zeit aber hat sie das Gefühl, dass die ersten Angestellten mit der Frage aller Fragen auf sie zukommen könnten: Welche Perspektiven haben wir hier eigentlich?

Elif gibt es nicht wirklich. Ihre Sorgen aber sind für viele Agenturchefs real – entweder weil Zugpferde mit dem Absprung drohen oder weil sich ein Inhaber mit seiner Nachfolge auseinandersetzen muss. Zeit zu handeln. Doch welche Möglichkeiten gibt es, seine Mitarbeitenden an die eigene Agentur zu binden?

Incentives

Der einfachste Weg sind nicht-finanzielle Anreize, auch Incentives genannt. „Die sind enorm wichtig“, sagt Martin Limbeck, Unternehmer, Investor und Trainer. „Für viele Chefs sind Boni oder Gehaltserhöhungen erst mal naheliegend, aber nicht-finanzielle Anreize können genauso wirksam und langfristig motivierender sein.“

Die Fülle der Möglichkeiten, aus der Inhaber schöpfen können, ist enorm. Sie müssen zum Beispiel nicht warten, bis Mitarbeitende mit dem Wunsch nach einer Weiterbildung um die Ecke kommen. Sie können diese von sich aus anbieten und ihre Belegschaft dazu ermuntern. Sie können ihren Leuten Schulungen und Kurse vorschlagen oder Konferenzeinladungen weiterleiten. Sie können in der wöchentlichen Teamkonferenz erwähnen, dass für ein Team oder eine Kollegin eine bestimmte Veranstaltung spannend sein könnte. Solche konkreten Ideen motivieren stark, sagt Limbeck. Es reicht also nicht zu denken: Hier wissen doch alle, dass sie jederzeit eine Weiterbildung machen können, aber es meldet sich halt nie jemand.

Eine andere Möglichkeit sind klare Karrierepfade. So etwas lässt sich natürlich einfacher in größeren Agenturen mit Hierarchieebenen etablieren, aber auch kleinere können Wege finden. „Klare Karrierewege und Aufstiegschancen geben Mitarbeitenden Perspektiven und motivieren so langfristig“, sagt Limbeck. Wichtig ist, dass Rollen und Aufgaben der verschiedenen Karrierestufen eindeutig definiert sind. Nur wenn Mitarbeitende an Jobbeschreibungen unmissverständlich ablesen können, was sie für den Sprung aufs nächste Level tun müssen, wirken Karrierepfade als Ansporn und Bindungsinstrument.

Völlig kostenfrei, aber sehr wirksam ist Wertschätzung. Neben einem kleinen Lob für die gelungene Projektpräsentation oder einfach zwischendurch auf dem Flur sind öffentliche Auszeichnungen zu empfehlen. Limbecks Tipp: Unternehmen können zum Beispiel ein Format wie „Mitarbeiter des Monats“ einführen, auch wenn das etwas altbacken klingt. Sie können in Meetings auf die herausragende Arbeit einzelner Teammitglieder hinweisen oder sie in Postings und Kunden-Newslettern hervorheben. Aber Achtung: Die Wertschätzung muss von Herzen kommen. Geheuchelte Komplimente durchschauen Menschen schnell. Dann wirkt die vermeintliche Wertschätzung nicht als Bindemittel, sondern vergrätzt gute Leute.

Mitarbeiterbeteiligungen

Wer einen Schritt weitergehen will, kann die Mitarbeitenden am Erfolg des Unternehmens beteiligen – sowohl am Jahresgewinn als auch am Erlös im Fall eines Unternehmensverkaufs. Dafür gibt es rechtlich vor allem zwei Wege: reale und virtuelle Mitarbeiterbeteiligung. […]


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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe Oktober 2024.