Thomas Jahn, Teamleiter Technologie beim Handelsblatt, kritisiert die Verschwiegenheit vieler Technologieunternehmen – vor allem wenn sie aus den USA stammen. Welche Erfahrungen hat er mit der Pressearbeit von Palantir, Tesla und Co genau gemacht?

„Ein Beispiel für gute PR ist Microsoft. Die treten hier in Deutschland sehr selbstbewusst und professionell auf.“
Thomas Jahn
prmagazin: Herr Jahn, Sie haben kürzlich eine große Story über das US-Software-Unternehmen Palantir veröffentlicht. Auf LinkedIn haben Sie später dem Palantir-Deutschland-Chef Markus Löffler für das Interview gedankt – ihn zitieren Sie im Text. Und Sie danken Katharina Brienne, einer Ex-Journalistin, die inzwischen im „Office of the CEO“ von Palantir arbeitet, aber gar nicht zitiert wird. Das bedeutet wohl, dass sie die Organisatorin für die Hintergrundgespräche war?
Thomas Jahn: (lacht) Ja, das wollte ich damit sagen.
Also gibt es bei Palantir keine offizielle PR-Infrastruktur?
Nein, die gibt es nicht. Das kann zwar auch einen Vorteil bieten: Als ich den Kontakt einmal aufgebaut hatte, habe ich die Informationen ungefilterter bekommen als etwa über eine Agentur oder Pressestelle, direkt von der Quelle …
… aber es macht die Recherche mühsam?
Genau. Anfragen laufen ins Leere, umgekehrt gibt es keinerlei Bemühungen seitens Palantir, zum Beispiel Themen vorzuschlagen oder Interviews anzubieten, so wie man das von anderen Unternehmen kennt.
Woran könnte das liegen?
Meiner Ansicht nach hat das damit zu tun, dass sich solche Tech-Unternehmen, selbst wenn sie schon Jahrzehnte alt sind und Wahnsinnsumsätze erzielen, im Innern immer noch wie Start-ups anfühlen. Die haben das Selbstverständnis einer eingeschworenen Truppe, die zusammenhalten muss und gar keine PR braucht. Das Produkt reicht aus deren Sicht aus, denn das Produkt wird nicht weniger als die Welt verändern.
Gilt das besonders für US-Unternehmen?
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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe Mai 2024.
