„Einen Zeitgeist getroffen“

Stefan Hoops, CEO der DWS Group, plädierte in einem LinkedIn-Post dafür, die aufgeheizte Woke- beziehungsweise Anti-Woke-Debatte zu entschärfen – und sorgte damit für ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit.

Die gesellschaftliche Mitte muss sich die Dialoghoheit zurückholen.“
Stefan Hoops, CEO DWS Group

Mit einem Social-Media-Post sorgte Stefan Hoops im Januar für Aufsehen bis in die Wirtschaftspresse hinein. Der CEO der Vermögensverwaltungsund Investmentgesellschaft DWS Group rief via LinkedIn dazu auf, sich auf grundlegende gemeinsame Werte zu konzentrieren: null Toleranz für sexuelle Belästigung, Vermeidung unbewusster Vorurteile und gleiche Chancen für alle Talente. „Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir jedoch Sorgen, dass die Anti-Woke-Rhetorik uns direkt in die machohafte ‚Wolf of Wall Street‘- Ära zurückführen wird“, schrieb Hoops. Er grenzte sich damit auch von MetaChef Marc Zuckerberg ab, der in einem Podcast betont hatte, „maskuline Energie“ sei gut. Statt Extreme zu bedienen, so Hoops, sollten Unternehmen eine ausgewogene Diskussion fördern und die Errungenschaften der letzten Jahre bewahren.

Das prmagazin hat nachgefragt:

Herr Hoops, Ihr LinkedIn-Post zur „Anti-Woke-Rhetorik“ hat mehr als 7.800 Likes erhalten und eine breite Debatte ausgelöst. Sie sagen, die Reaktionen hätten Sie überrascht. Was genau hat Sie daran überrascht – die Zustimmung, die Kritik oder die Reichweite?

Stefan Hoops: Wenn man sich vor Augen führt, dass ich in dem Post drei Punkte aufgeschrieben habe, die man unter „gesundem Menschenverstand“ zusammenfassen kann, dann ist die Anzahl der Interaktionen auf diesen Post schon erstaunlich. Keine Toleranz für sexuelle Belästigung, Augen auf bei unbewussten Vorurteilen, gleiche Chancen für alle sicherstellen – das alles sollte vergleichsweise unkontrovers sein. Aber offenbar hat der Post einen „Zeitgeist“ getroffen. […]


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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe März 2025.

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