„Nicht nur senden, sondern zuhören“

Der Umbau des Berliner Fernwärmenetzes ist eine Mammutaufgabe, auch für die Kommunikation. Wie nimmt man eine ganze Stadtgesellschaft mit auf diesen Weg? Über Strategien, Stolpersteine und den Dialog mit Berlin sprechen wir mit Christian Feuerherd, CEO des Versorgers BEW Berliner Energie und Wärme, und seiner Leiterin Medien & Öffentlichkeit, Caroline Nöppert.

(Foto: finecki//Adobe Stock)

Herr Feuerherd, Sie waren 20 Jahre bei Vattenfall und haben 2024, als das Land Berlin die BEW zurückkaufte, die Geschäftsführung übernommen. Für die externe Kommunikation haben Sie Caroline Nöppert geholt. Warum?

Christian Feuerherd,
CEO Berliner Energie und Wärme

Christian Feuerherd: Es war für viele Kolleginnen und Kollegen ein großer Umbruch. Wir mussten als neues Team BEW zusammenwachsen und uns eine neue Identität geben – und das im laufenden Betrieb. Die meisten Kolleginnen und Kollegen kamen aus dem Vattenfall-Kontext, aber plötzlich lieferte nicht mehr ein internationaler Konzern den Rahmen, sondern die Stadt Berlin. Gleichzeitig mussten wir in kurzer Zeit eigene Unternehmensstrukturen aufbauen und etablieren – auch in der Kommunikation, die zuvor vollständig bei Vattenfall angesiedelt war. Dazu gehörte auch der Aufbau des Bereichs Medien & Öffentlichkeitsarbeit mit externer Kommunikation, Pressearbeit, eigenen Social-Media-Kanälen, einer Website und der Etablierung klarer Prozesse. Wir brauchten jemanden, der all das aufbaut.

Die Kommunikation musste also praktisch bei null anfangen. Wie lief das ab, Frau Nöppert?

Caroline Nöppert,
Leiterin Medien & Öffentlichkeit Berliner Energie und Wärme

Caroline Nöppert: Es musste alles parallel ausgebaut werden. Schon zu Beginn des Jahres 2024, bevor ich dazukam, wurde die Berliner Agentur Off Label eingebunden, die die neu gegründete BEW durch einen intensiven Markenentwicklungsprozess begleitet hat. Gemeinsam wurden die Kernwerte definiert, das Logo und das Corporate Design entwickelt, und daraus haben wir dann auch die Tonalität in der externen Kommunikation abgeleitet. Für die Kommunikation war das eine außergewöhnliche Situation. Es galt, eine neue Marke aufzubauen und zu etablieren, gleichzeitig mussten die Mitarbeitenden auf diesem Weg mitgenommen werden. Dafür haben meine Kolleginnen der internen Kommunikation von Anfang an auf das virtuelle Informationsformat „BEW im Wandel“ gesetzt: In monatlichen Meetings beantworten die Geschäftsführung und, je nach Thema, verschiedene andere Unternehmensfunktionen Fragen, sie berichten, wo die BEW steht, und benennen Herausforderungen. Das Format ist äußerst beliebt: Monatlich nehmen etwa 1.000 Personen teil. Das ist rund die Hälfte der Belegschaft.

Es gab im Jahr 2024 auch eine Plakatkampagne in der Stadt.

Feuerherd: Genau, wir wollten für die Marke BEW möglichst rasch Bekanntheit schaffen. Wir waren mit unserem Logo und unseren Motiven und Farben, die unsere Identität widerspiegeln sollten, gut sichtbar. Begleitet haben wir die Kampagne mit einer Marktforschung, um zu messen, wie sich die Bekanntheit entwickelt.

Was kam bei den Befragungen heraus?

Feuerherd: Der ganz große Durchbruch blieb ehrlich gesagt aus. […]


Weiterlesen? Den vollständigen Beitrag lesen sie exklusiv in der prmagazin-Printausgabe Dezember 2025/Januar 2026.

Möchten Sie ein Jahres- oder Probeabo abschließen oder ein Einzelheft bestellen? Hier geht’s zum prmagazin-Shop.