Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeitswelt grundlegend und hat auch großen Einfluss auf die Agenturbranche. Doch wie genau ist das Thema in der Szene schon angekommen? Wie müssen sich Agenturen ändern? Wie verändert KI die Beziehung zwischen Kommunikationsagenturen und Auftraggebern? Diesen Fragen widmete sich die Hochschule Macromedia im Juni in einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Partnern Web de Cologne, KölnBusiness und dem prmagazin. Ein Nachbericht von Prof. Dr. Ralf Spiller.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Arthur Hofer, Leiter des Macromedia Virtual Start-up Incubator, und Prof. Dr. Holger Sievert, Studiendekan Hochschule Macromedia Köln. Zunächst präsentierten Prof. Dr. Ralf Spiller, Studiengangleiter des Masterprogramms Medien- und Kommunikationsmanagement der Hochschule Macromedia, und Alumnus David Wiestner zwei wissenschaftliche Studien zu KI und Agenturen (Link zu Studie 1, Link zu Studie 2). sowie verschiedene Zukunftsszenarien zu KI, die von Masterstudierenden der Hochschule erarbeitet worden waren.
Diese Ausführungen boten viel Stoff für die anschließende Podiumsdiskussion:
Die Agenturszene werde sich deutlich verändern, lautete das Credo von Matthias Wesselmann, Präsident (GPRA) und CEO (Ketchum Germany). Der übliche pyramidale Aufbau einer Agentur könne durch KI massiv verändert werden. Denn viele einfachere Arbeiten könnten von KI übernommen werden, und es zähle stärker die Erfahrung und Beurteilungskraft älterer Mitarbeiter. Letztere könnten KI viel effektiver nutzen als Jüngere. Die Preise für Agenturleistungen müssten nicht unbedingt sinken. Bei Ketchum würden die Preise gleichbleiben, aber der Kunde bekomme durch KI mehr für sein Geld.

Stefanie Krüll, KI Consultant Bildgenerierung + Co. und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende (gmki), sprach das mehr oder weniger ungelöste Problem der Urheberrechte von KI-generierten Bildern an. Denn wenn man ein Bild mit KI schaffe, das man umfangreich mit Prompts immer wieder modifiziere, bis es den eigenen Anforderungen genüge, könne das im Rahmen eines kreativen Prozesses Stunden dauern. Dennoch erwerbe man keinerlei Rechte an dem Bild. Das sei nicht angemessen, so die KI- und Bildexpertin.
Markus Hiller, Co-Founder (bluepic) und Agenturinhaber (Creative Media), betonte, KI könne schon viel, aber eben auch einiges noch nicht. Im Filmbereich müssten zum Beispiel zahlreiche Szenen noch real gedreht werden, und die KI sei mit speziellen Szenen, etwa im Action Bereich, überfordert.

Ellen Martin, Absolventin der Macromedia Hochschule und Co-Founderin (comdaily), betonte die enormen Produktivitätsfortschritte, die durch den Einsatz von KI-Tools erzielt werden könnten. So könne die Software ihres Start-ups comdaily.ai die Marken von Unternehmen auf Basis etlicher Social-Media-Posts oder Websites in Sekunden oder Minuten auf eine Weise analysieren, für die Menschen mit traditionellen Methoden Tage oder Wochen brauchen würden.
Fazit der Panelteilnehmer: KI ist im Agenturalltag nicht mehr wegzudenken. Empfehlung: neugierig bleiben, viele Tools ausprobieren, und einiges davon in den Arbeitsalltag integrieren.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Katharina Dushe, freiberufliche Moderatorin und Studentin an der Hochschule Macromedia, Köln.

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