Die Frage „Haltungskommunikation ja oder nein“ ist von gestern, meint Jan Dietrich Müller, Head of Group Communications bei Swiss Re in Zürich.

Als Deutscher in der Schweiz bekommt man schon lange mitleidige Kommentare zum Zustand des „großen Kantons“ zu hören. Doch während der Ampel-Jahre hat sich ihr Tenor merklich verdüstert: von milder Ironie wegen unpünktlicher ICEs zu echter Sorge angesichts von Rezession und der Unfähigkeit der deutschen Regierung, ihre Aufgaben zu bewältigen.
Nach der Münchner Sicherheitskonferenz und der Bundestagswahl vom 23. Februar ist Deutschland einen gewaltigen Schritt weiter – weiter hinein in die Bedrängnis. Die Regierung Merz wird die erste Bundesregierung sein, die in der Zeit nach der Nachkriegsordnung agiert. Die Herausforderung ist exponentiell gewachsen, die Zukunft offen.
Auch für Kommunikationsverantwortliche hat sich die Ausgangslage grundlegend geändert. Die Frage „Haltungskommunikation ja oder nein“ ist von gestern, auch wenn die Problematik dahinter hochaktuell bleibt. Jedoch steht der Rückzugsraum des „virtue signaling“ und Wohlmeinend-Seins innerhalb von Business as usual nur noch Realitätsverweigerern zur Verfügung. […]

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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der prmagazin-Printausgabe März 2025.
