„Wir erleben eine anspruchsvolle Phase“

Nach dem Ende der Doppelrolle bei Volkswagen und Porsche konzentriert sich Sebastian Rudolph auf die großen strategischen Fragen.

Sebastian Rudolph (Foto: VfL Wolfsburg)

prmagazin: Herr Rudolph, CEO-Kommunikation wird politischer und internationaler – Stichwörter Geopolitik, Regulierung, Lieferketten. Wie positionieren Sie Oliver Blume in diesem Umfeld nach innen und nach außen?

Sebastian Rudolph: Der Volkswagen-Konzern ist ein globaler Akteur. Fast 670.000 Mitarbeitende, alle Weltregionen, unterschiedliche Anforderungen. Nach dem Ende der Doppelrolle hat Oliver Blume seinen Fokus noch einmal erweitert: Er kann tiefer in übergreifende Themen wirken: in die Steuerung der Marken, in Querschnittsfelder wie Software oder autonomes Fahren. Unsere Aufgabe ist es, diese Erweiterung sichtbar und verständlich zu machen – in einem klaren, authentischen Rollenbild. Ein Konzern dieser Größe ist zwangsläufig auch aktiver Teil der weltumspannenden industriepolitischen Debatte. Mit fachlicher Kompetenz, Glaubwürdigkeit und starken regionalen Wurzeln. In diesem Spannungsfeld positionieren mein Team und ich unseren CEO als starke, verlässliche Stimme. Mit globalem Weitblick und authentischer Bodenhaftung.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Das jüngste Interview von Oliver Blume im Handelsblatt ist ein gutes Beispiel. Wir haben es in Davos geführt, und Herr Blume hat darin als wahrscheinlich einziger CEO eines großen deutschen Unternehmens klare Positionen zur Weltwirtschaft artikuliert. Diese übergreifende, europäische Stimme ist wichtig – und gleichzeitig kommunikativ herausfordernd. Unser Leitmotiv lautet: global denken, lokal handeln. Das prägt auch die Positionierung von Oliver Blume – nach innen wie nach außen.

Was heißt das konkret für das öffentliche Rollenbild von Oliver Blume?

Klarheit. Verlässlichkeit. Haltung. Nicht jede Entwicklung kommentieren. Aber präsent sein, Impulse setzen, vorangehen, wenn es relevant ist. Genau das ist ein zentraler Teil meiner Arbeit: gemeinsam zu definieren, wann wir sichtbar sind und mit welcher Linie. Gerade in einem zunehmend polarisierten Umfeld ist das entscheidend – für Orientierung und Vertrauen. Unser großer Vorteil: Ich habe das Privileg, seit mehr als sechs Jahren mit Oliver Blume zusammenarbeiten zu dürfen. Das schafft Vertrauen und gibt uns die Sicherheit, auch in komplexen Situationen klar auftreten zu können.

Sie selbst haben Ihre Doppelrolle ebenfalls abgegeben. Wie verändert das Ihre Aufgabe?

In meiner neu gefassten Rolle als Leiter der Konzernkommunikation trete ich bei Porsche bewusst einen Schritt zurück – und kann mich im gleichen Maß stärker auf den Konzern fokussieren. Für mich heißt das: noch mehr Raum für strategische Kommunikation, für die großen Linien und für das Zusammenspiel der Marken und Regionen. Ich bin dadurch noch näher an den Themen und den Teams – mit einem noch fokussierteren Blick darauf, wie wir Kommunikation konzernweit ausrichten.

Sehen Sie sich als konzernweiten Orchestrator?
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