Spiegel der Krise

Zur Eindämmung der Coronakrise ruft die Bundesregierung die Arbeitgeber auf, wo immer machbar Homeoffice zu ermöglichen. Im Pressestellentest wollten wir von den Bundesministerien erfahren, wie sie selbst es mit der Heimarbeit halten. Fazit: Viele Sprecher zeigen formal exzellente Leistungen – doch so richtig begeistern können uns die Antworten nicht.

Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie haben Bund und Länder Anfang 2021 die Homeoffice-Regelungen verschärft. Arbeitgeber sind angewiesen, ihren Mitarbeitern, wo immer machbar, die Arbeit von zu Hause zu ermöglichen. Doch wie halten es die Bundesministerien selbst mit dem Thema? Gehen sie mit gutem Beispiel voran?

Zahlen dazu hatte Focus Online bereits im Januar eingeholt. Für den Pressestellentest hat das prmagazin den Dreh aufgegriffen, um anschließend ins Detail zu gehen: Haben die Ministerien die strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken? Was nehmen die Behörden aus den gegenwärtigen Regelungen für die Zeit nach der Pandemie mit?

Das Testergebnis liest sich wie ein Spiegel der Regierungsarbeit in der Coronakrise. Katastrophen bleiben aus, aber wirkliche Lichtblicke fehlen ebenfalls. Alle Ministerien reagieren in unserer Stichprobe innerhalb der gesetzten Frist. Die Antworten sind formal korrekt, und entsprechend gut fallen auch die Testergebnisse aus.

Testsiegerin Britta Frischemeyer vom Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Aber die Ausführungen der Sprecher muten oft blutarm und uninspiriert an, eher bürokratisch zusammengeschrieben als tief motiviert. Dabei wäre unsere Anfrage für die Kommunikationsabteilungen eine Chance gewesen, sich als Vordenker in Sachen Arbeitsmodelle der Zukunft in Szene zu setzen.

Wohlgemerkt: Wir jammern auf sehr hohem Niveau. Auch wenn es an der Kür fehlt, erfüllen die Pressestellen durch die Bank ihre Pflicht. Testsiegerin Britta Frischemeyer vom Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft liefert sogar rasant: Noch am Tag unserer Anfrage schickt sie ausführliche Antworten und holt damit den Testsieg.


DAS PRESSESTELLEN-RANKING:

1 – Ernährung und Landwirtschaft

2 – Wirtschaft und Energie

3 – Arbeit und Soziales

4 – Inneres, Bau und Heimat

5 – Verteidigung

6 – Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

7 – Verkehr und digitale Infrastruktur

8 – Justiz und Verbraucherschutz

9 – Finanzen

10 – Gesundheit

11 – Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

12 – Familie, Senioren, Frauen und Jugend

13 – Bildung und Forschung

14 – Auswärtiges

Details zu Testkriterien und Punktegewichtung finden Sie hier

Dieser Text ist ein Auszug. Den vollständigen Pressestellentest mit allen Detailwertungen lesen Sie in der prmagazin-Ausgabe April 2021.