Das Ende der Dichotomie

(Illustration: Happypictures/Fotolia.com)

In der prmagazin-Rubrik #AgenturderZukunft machen sich branchenbekannte Köpfe Gedanken über Themen, die die Szene bewegen: den Wandel der Agenturwelt, notwendige Veränderungsimpulse, Agenturmodelle der Zukunft und vieles mehr. Agentur hier, Kunde da? Geraldine Schroeder, CEO von Grayling Germany, hat eine bessere Idee: Die #AgenturderZukunft sieht sie als Technologie-Start-up mit Personal-Drehtür zu den Kunden: Beide bauen in engem Zusammenspiel Qualifikationen und Wissens-Pools auf und nutzen sie langfristig gemeinsam – zum Vorteil für alle.


Jeden Beitrag dieser Reihe habe ich, natürlich, gelesen. Und bin fast sicher: Alle bisherigen Autor*innen haben recht mit ihren unterschiedlichen Voraussagen für die Agentur der Zukunft.

Geraldine Schroeder: „Unsere Zukunft liegt darin, die Beziehungen zu unseren Kund*innen ganz neu zu intensivieren.

KI und Analytics werden selbstverständlich und analysieren, was die Kund*innen unserer Kund*innen denken und wollen, das Internet der Dinge und sprachgewandte Bots werden effiziente Ergänzungen der menschlichen Kommunikation. So weit, so d’accord.

Ich will mich im Folgenden auf Letzteres konzentrieren: den Human Factor, die Zukunft menschlicher Berater*innen im Licht der bald nahezu alles könnenden Maschinen. Meine Überzeugung: Unsere Zukunft liegt darin, Vielfalt im Agenturangebot zu schaffen, deutlich über das heute Übliche hinaus – und darin, die Beziehungen zu unseren Kund*innen über neue Arbeitsmodelle ganz neu zu intensivieren.

MEINE THESE: DIE AGENTUR DER ZUKUNFT IST …

> ein ewiges Technologie-Start-up, das über die konstante Entwicklung neuer, technologienaher Services neue Erlösquellen erschließt und ständig sein Portfolio erweitert.

> ein Unternehmenstyp mit Selbstbewusstsein, der sich vollständig neu erfindet, der eine Tugend macht aus der Not ständiger Wissenserneuerung und unentwegt steigender Qualitätsansprüche (eigener wie der Außenwelt) an seine Kernangebote, Ideen, Kreativität, Strategiefähigkeit und Prozesssteuerung.

> ein neuer Typ Unternehmen, der sich befreit aus dem binären System „Ich Agentur, Du Kunde = zwei distinkte Einheiten mit nur punktuellen Schnittstellen“. Der stattdessen zum systemisch offenen Haus wird. Zur Heimat von Kooperationsarbeiter* innen, von Spezialisten, Generalisten und Gesinnungsgeneralisten (wunderbarer Ausdruck des in Heft 09/2020 an dieser Stelle schreibenden Kollegen Georg Kolb), die abwechselnd in den Beratungen selbst, in Organisationen und Unternehmen arbeiten, mit neuen Vergütungsmodellen und mit und bei wechselnden Kooperationsarbeitgebern. […]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der März-Ausgabe des prmagazins, wie die radikale Öffnung zu den Kunden aus Sicht von Geraldine Schroeder im Detail aussehen könnte, wie sich die Aufgabenaufteilung zwischen Mensch und Maschine in Zukunft gestalten ließe und warum Agenturen bleiben, aber ihre Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle vollständig verändern werden.